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 Detailierter Reisebericht unserer
Sommerreise 2007 nach Finnland und Schweden


Sonntag, 29.07.2007 (Berlin -Rostock, 253 km - Tachoendstand 841 km)

Um halb 9 Uhr frühstückten wir beim Burger King Restaurant neben unserem Berliner Hotel, dem Dorint Novotel, dann fuhren wir mit der S-Bahn 4 Stationen bis zur Friedrichstraße. Wir schlenderten am Hotel Adlon vorbei zum Brandenburger Tor, machten ein paar Erinnerungsfotos und gingen zum ersten Mal in unserem Leben durch das Tor in den “Westen“. Spontan beschlossen wir die Kuppel des Reichstages zu besichtigen und stellten uns an der etwa 100 m langen Schlange an. Sabine fand aber durch Nachfrage beim Servicepersonal heraus, dass Behinderte und Familien mit kleinen Kindern unter 7 Jahren durch einen Seiteneingang bevorzug eingelassen werden. Kurzerhand wurde Julia darauf hingewiesen, dass sie ab sofort wieder 6 Jahre alt sei, was sie nach kurzem Einspruch angesichts der langen Warteschlange akzeptierte. Das Handgepäck wurde wie am Flughafen durchleuchtet, dann ging es ab 15.30 Uhr für eineinhalb Stunden im Glaslift hoch aufs Dach des Reichstages, wo wir bei bedecktem Himmel die Aussicht genossen und in Spiralen bis zur obersten Plattform in der Kuppel gingen. Es war beeindruckend, auch einmal hier oben zu stehen. Nachdem wir wieder im Erdgeschoß angekommen waren, warfen wir durch die Scheibe einen kurzen Blick in den Plenarsaal, dann spazierten wir noch über den Platz der Republik und zurück zum Brandenburger Tor. Hier kauften wir Tickets für die Stadtrundfahrt in einem gelben Doppeldeckerbus (2 Erw. je 20 Euro) und fuhren damit über das Schloss Bellevue zum Schloss Charlottenburg und weiter zum Ku´damm und zum Checkpoint Charlie.
Hier stiegen wir für eine Viertelstunde aus und schauten die Stelle an, an der früher die Mauer stand. Ihr Verlauf ist heute nur noch durch Kopfsteinpflastermarkierung in der Straße erkennbar. Weiter gings im Bus bis zum Alexanderplatz, der uns zwar gar nicht gefiel, wo wir aber unbedingt raus mussten, da Tobias unbedingt auf den Fernsehturm fahren wollte. Bei leichtem Nieselregen standen wir nun auf dem Platz vor dem Turm an, vor uns eine lange Schlange. Als wir erfuhren, dass wir etwa 1 Stunde Wartezeit in Kauf nehmen müssten, gingen wir ohne Turmbesichtigung weiter zum Berliner Dom. Hier warteten wir im Regen auf unseren gelben Bus, der aber leider hier keine Haltestelle hatte. So mussten wir im Regen und zunehmend schlecht gelaunt bis zur “Straße unter den Linden” weitergehen, wo wir den Bus ein letztes Mal bestiegen und bis zu unserem Hotel zurückfuhren. Sabine holte an der Rezeption den kleinen Kühlschrank ab und steckte ihn im Auto an - dann fuhren wir um 15.45 Uhr bei strömendem Regen in westlicher Richtung aus der Stadt auf die A 100 Richtung Hamburg / Rostock.
Um ca. 18 Uhr erreichten wir den Überseehafen in Rostock - deutlich zu früh um schon an Bord gehen zu können. Also fuhren wir erst noch kurz durch die Innenstadt und aßen im “Restaurant Family” chinesisch zu Abend. Es gab Buffet für 7,80 EUR als Fährtouristen-Abfütterung, Getränke wurden lieblos und unmotiviert von einer Chinesin serviert. Zumindest satt waren wir nun und fuhren zurück zum Fährhafen, wo wir noch 2 Stunden warten mussten, bis wir um 23 Uhr aufs Schiff “Superfast VII” auffahren konnten.
Wir bezogen unsere A-Class-Außenkabine 8040 im Deck 8 und brachten die Kinder in die Koje. Sabine und ich tranken an der Bar noch einen Gin-Tonic, dann auch wir uns um 1 Uhr in die Kabine zurück.

 

Montag, 30.07.2007      Auf der Ostsee zwischen Deutschland und Finnland

Im Halbschlaf registrierten wir um 5 Uhr, dass die Fähre ablegte, schliefen aber einfach bis 8 Uhr weiter. Da wir heute nichts besonderes vorhatten - schließlich dauerte die Überfahrt nach Helsinki 25 Stunden - ließen wir uns Zeit bis wir alle fertig waren. Zum Frühstück gab es von der Snackbar 2 Hotdogs und ein Sandwich, dann erkundeten wir das Schiff.

Zufällig begegnetem wir einem Fernsehteam, dass für eine Reisereportage jemanden suchte, der über Helsinki nach Riga reist. Leider wollten wir da nicht hin, so dass das deutsche Fernsehen nicht in den Genuss unserer Reiseerlebnisse kommen konnte. Zumindest hatten wir auf diese Weise jemanden gefunden, der ein Familienfoto von uns machen konnte.

 

Am Nachmittag um 14 Uhr aßen wir im Bordrestaurant vom Buffet (Erw. je 20 EUR, Kids je 8 EUR plus Getränke). Es gab sehr guten Lachs (roh und gekocht), Heringe, Salate und diverse Nachspeisen. Dann legte sich Sabine auf Deck in die Sonne, Michael ging mit Tobias und Julia für 90 Minuten in den Health-Club, wo die Kinder im Whirlpool mit tätowierten Russen badeten. Den Rest des Tages verbrachten wir alle an der Bar mit Kartenspielen und lauschten den Karaoke-Darbietungen anderer Touristen. Gegen 21 Uhr zogen wir uns in die Kabine zurück und schliefen bald - schon um 5 Uhr sollte die Nacht zu Ende sein.

 

Dienstag, 31.07.2007    
Helsinki (Regen, Wind, 13 Grad) - 7 km

Pünktlich um 5 Uhr wurden wir per Durchsage in deutsch, russisch und finnisch geweckt, um 6 Uhr legte die Fähre am Hafen von Helsinki an. Wir fuhren bei leichtem Nieselregen zunächst kurz zum Sibelius-Denkmal in einem Park, von dort weiter zu unserem Hotel Scandic Continental in der Mannerheimintie 46. Freundlicherweise durften wir schon um 7 Uhr unser Zimmer 826 beziehen, da es frei war. Wir nützten die Gelegenheit und legten uns noch mal für 2 Stunden aufs Ohr, bei diesem Wetter hatten wir ohnehin wenig Lust auf Stadtbesichtigung und die Nacht war doch sehr kurz gewesen. Um 10 Uhr starten wir zu unserer Stadtbesichtigung und fuhren zunächst 2 Haltesstellen mit der Tramlinie 4 bis zum Hauptbahnhof.
Hier frühstückten wir bei McDonalds und hatten eine erste Erfahrung mit der finnischen Sprache: Wir bestellten 4 Hampurilainen (Hamburger 1 EUR) und 2 Juustohampurilainen (Cheeseburger) und ein Tuplajuustohampurilaisateria (Menue 4,95 EUR).        

Frisch gestärkt gingen wir nun am Hauptbahnhof vorbei zum schneeweißen Dom mit seinen 5 grünen Kuppeln, der wichtigsten Sehenswürdigkeit der finnischen Hauptstadt. Hier besichtigten wir zunächst das - relativ schmucklose - Innere und stiegen dann über die Freitreppe hinunter zum Denkmal mit der Statue Zar Alexanders II., wo wir uns wie alle Touristen fotografieren ließen.

Nach einem kurzen Informationsbesuch im nahe gelegenen Touristenbüro gingen wir zur russisch-orthodoxen Uspenski-Kathedrale, die nur etwa 300 Meter vom Hafen entfernt auf einer leichten Erhebung liegt, und bestaunten die großen Ikonen. Um 14 Uhr bestiegen wir das Fährschiff am Markt und setzten in etwa 15 Minuten über zur Insel Suomenlinna. Tobias wollte am Schiffsbug die Überfahrt genießen und wurde von einer großen Wasserfontäne erwischt, was wir, im Gegensatz zu ihm, sehr lustig fanden.
Auf Suomenlinna gibt es eine große Seefestung zu besichtigen, wegen des immer stärker werdenden Regens und des starken Windes brachen wir unsere Besichtigung ab bald ab und gingen missmutig zur Fährablegestelle zurück. Inzwischen waren wir nun alle schon ziemlich nass. Zurück am Marktplatz bestiegen wir deshalb die Trambahn Linie 3 T, auf deren Strecke einige Sehenswürdigkeiten liegen und die in etwa 1 Stunde eine preisgünstige Alternative zu einer Stadtrundfahrt im Bus bietet. Leider regnete es noch immer, so stiegen wir unterwegs nicht aus, sondern fuhren zurück bis zum Hauptbahnhof. Im Kaufhaus Stochmann, dem größten Finnlands, kauften wir für die Kinder diverse Kleidungsstücke und Julia erbettelte sich erfolgreich eine kleine Handtasche. Mit der Tram 4 gings zurück ins Hotel. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant und an der Bar mit Gin Tonic - sowie in Gesellschaft der Kinder, die angeblich nicht einschlafen konnten.

 

Mittwoch, 01.08.2007    
Helsinki - Mikkeli (260 km)

Um 9 Uhr standen wir auf, um halb 10 Uhr gingen wir zum Frühstücksbuffet des Hotels Scandic Es herrschte ziemliches Gedränge, alle schienen gleichzeitig zu kommen. Nach dem Frühstück mit Rührei und Wassermelone schickte Michael noch ein e-mail an die Freunde zu Hause, Sabine packte unsere Sachen zusammen. Was gestern kaum vorstellbar war, war heute eingetreten: Die Sonne schien wieder. Deshalb fuhren wir nach der Besichtigung der Felsenkirche auch noch mal zum Dom am Senatsplatz, um Erinnerungsfotos bei schönem Wetter zu machen. Helsinki wirkte gleich viel freundlicher als gestern! Den letzten Stop legten wir am Olympiastadion von 1952 ein, das leider wegen des an diesem Abend stattfindenden Rolling Stones Konzertes geschlossen war. Auch der Turm, vom dem man einen schönen Blick auf die Stadt haben soll, war deshalb leider gesperrt. Wir hörten drinnen die Stones proben und gingen am Fußballstadion vorbei zurück zu unserem Omega. Um 12 Uhr verließen wir die finnische Hauptstadt in nördlicher Richtung und fuhren in etwas mehr als 1 Stunde bis nach Lahti. Hier fuhren wir zum Sibeliustalo, dem größten in den letzten 100 Jahren gebauten Holzhaus, das als Konzerthalle genutzt wird. Dort sind auch die Anlegeplätze der Ausflugsschiffe, die von hier zu Seenrundfahrten starten. Nach einem Einkauf bei Smarket (Brot, Käse, Schinken) fuhren wir noch zu den Skisprungschanzen. Mit dem Lift ging es hinauf auf die größte der 3 Schanzen (Erw. 6 EUR, Kinder je 3 EUR). Von oben hatten wir schönen Blick auf Lahti und die umliegenden Seen. Um 16 Uhr 15 verließen wir Lahti wieder und erreichten gegen 17 Uhr 30 Mikkeli. Dort bezogen wir im Sokos Hotel Vaakuna in der Porrasalmenkatu 9 unser Zimmer (Nr. 406), dann gingen wir noch zum Marktplatz der Stadt, wo allerdings nicht mehr viel los war. Bei McDonalds aßen Tobias und Julia gegen den ersten Hunger einen Hamburger, dann durchstreiften wir die benachbarten Kaufhäuser auf der Suche nach einem Notizbuch für Julia. Zurück im Hotel machte Sabine für alle Sandwiches, dann die Kinder auf finnisch (Reisen bildet!) den Film “Cars” an. Sabine und Michael gingen noch ins benachbarte irische Pur “London” auf ein letztes Bier und einen Whiskey.

Ausgaben: Supermarkt Lahti 30 EUR, Sprungschanze 16 EUR Familienkarte, Supermarkt Lidl Mikkeli 4 EUR, MCDonalds 5,20 EUR, Pub 16 EUR.

 

Donnerstag, 02.08.2007    
Mikkeli - Kuopio (180 km)

Michael stand wie immer als erster auf, dann folgte dem Alter nach absteigend der Rest der Familie. Deutlich beschleunigt wurde dieser Prozess durch die Aussicht auf einen Besuch im Whirlpool im 6.Stock des Hotels. Anschließend gingen wir um 9.30 Uhr zum Frühstück ins Hotelrestaurant Fransmanni. Julia aß eine halbe Wiener und 3 Wassermelonenstücke - immerhin etwas! Das Buffet war sehr gut und so verließen wir gut gesättigt um 10.30 Uhr das Hotel. Nach einem Abstecher zum örtlichen Nokia-Händler “Elisa”, wo wir ein Adapterkabel kauften, gings auf die Staatsstraße nach Kuopio. In Varkaus suchten wir zunächst erfolglos ein Keramikgeschäft, erfuhren aber bei der Stadtinformation, dass es im Ort ein Museum für mechanische Musikinstrumente gäbe (www.mekaanisenmusiikinmuseo.fi), dessen Besichtigung besonders mit Kindern sehr lohnenswert wäre. Besonders die Aussicht auf eine kurzzeitige Unterbrechung der Musical-Darbietungen vom Rücksitz erschien sehr verlockend. Seit Berlin sangen die Kinder unentwegt die Lieder aus “Tanz der Vampire”. So fuhren wir kurzerhand zum Museum, was sehr gut war. Gezeigt werden hier nicht nur zahlreiche Musikanlagen unterschiedlicher Größe wie z.B. Wurlitzer, Dreh- oder Volksfestorgeln, sondern auch recht kuriose Erfindungen der letzten Jahrhunderte wie Musiktruhen, automatische Geigen und alte Grammophone. Bemerkenswert waren auch die deutsch-finnischen Eigentümer, die lautstark und mit Gesang als Freiheitsstatue verkleidet (Sohn des Hauses), mit leichter Alkoholfahne aber routiniert (Mutter) und äußerst lebhaft die Kinder mit einbeziehend (Vater) durch das ehemalige Altersheim führten und dabei 20-30 laut tösende Musikanlagen aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts in Betrieb setzten. Wir hatten nicht gewusst, dass es so große Geräte dieser Art überhaupt gibt. Das größte wog 4.000 Kilo! Nach 2 Stunden fuhren wir wieder weiter (14.15 Uhr), nachdem wir Onkel Rudi im Krankenhaus Trostberg angerufen hatten und erfahren mussten, dass er sich die Hand gebrochen hatte. Einige Kilometer nördlich stoppten wir am Keramik-Outlet-Store Unnukka in Leppävirta, wo wir für fast 200 Euro schwarzes Geschirr der Marke “Kermansavi“ kauften (2.Wahl). Tobias und Julia waren natürlich sehr gelangweilt wegen unserer Einkaufsaktivitäten und stritten sich. Julia wollte, dass wir Tobi zur Adoption freigeben. Erst nach einem klärenden Gespräch kehrte wieder Frieden ein. Weiter ging es nun bis nach Kuopio, wo wir etwa um 17 Uhr eintrafen und schnell unser Hotel Scandic am Seeufer fanden. Nach einem erfrischenden Saunabesuch und einem Bad im großen Hotelpool aßen wir im Hotelrestaurant zu abend (Tobi und Julia Spaghetti und Brot, Sabine und Michael Lachs, Risotto und Fisch), schauten anschließend im Zimmer “Aktenzeichen XY” an und schliefen bald ein.  

 

Freitag, 03.08.2007

Kuopio - Nurmes (155 km - gefahrene Kilometer bisher 1.445)

Um 8 Uhr standen wir auf. Der Himmel war bedeckt mit kleinen blauen Stellen. Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir und schrieben e-mail-Grüße nach Hause. Tobias kaufte sich im Hotelshop eine Taschenzange. Um 11 Uhr fuhren wir zunächst durch die Stadt zum Marktplatz, besichtigten dort kurz die zahlreichen Marktstände und kauften ein Ladegerät für das Handy. Dann ging es hinauf auf den Hügel Puijo, auf dem ein 75 Meter hoher Aussichtsturm mit Drehrestaurant steht. Von der Aussichtsplattform hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt Kuopio und den See Kallavesi, der 224 m unter dem Turm liegt. Der Besuch und die Auffahrt auf den Turm war sehr lohnenswert (Familienkarte 10 EUR). Anschließend fuhren wir zunächst auf der Autobahn, dann auf der gut ausgebauten Landstraße nach Nurmes. Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher von ca. 30 km über kleine Landstraßen um die Gegend etwas abseits zu erkunden. Schon gegen 15 Uhr erreichten wir das Hotel am Bomba-Haus, (bomban-talo). Das Gebäude stand ursprünglich im Dorf Kuikkaniemi und wurde hier am See 1978 originalgetreu wieder nachgebaut. Zusammen mit den umliegenden kleinen Holzhäusern zeigt es den Besuchern die karelische Architektur. Wir bezogen eines der Holzhäuser des “Bomba Spa Hotel” (Nr. 142). Michael und Sabine schliefen im Erdgeschoß, die Kinder oben unter dem Dach. Zwei Stunden genossen wir am Nachmittag das schöne Hallenbad und die Sauna des Hotels. Michael badete das erste mal in einem finnischen See im Moorwasser. Nach einem kühlen Getränk machten wir uns fertig für den Abend und gingen zum Buffet ins alte Bomba-Haus (Erwachsene 14,50 EUR, Kinder 7,80 EUR), bestehend aus diversen kalten Vorspeisen inkl. köstlichem geräuchertem Lachs und 5 Töpfen mit karelischen Spezialitäten, die allerdings nicht unbedingt appetitanregend aussahen, so dass wir es überwiegend beim probieren beließen. Das Gulasch war aber recht gut. Nach dem Essen saßen wir noch bis 22.30 Uhr an der Bar, wo ein Karaoke-Abend stattfand. Dies ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Finnen und wird in den Gaststätten und Hotels sehr häufig als Abendunterhaltung angeboten. Auch wir lauschten den “Gesängen” der vom Alkohol schon ziemlich lustigen und angeheiterten Finnen. Tobias und Julia spielten draußen in der Abenddämmerung (22 Uhr) im Sandkasten.

 

Samstag, 4.August 2007 (295 km – bisher seit München gefahren: 1.740 km)

Von Nurmes nach Punkaharju - Gefahrene Kilometer: 295

Nach dem nicht besonders guten Frühstücksbuffet im alten Bomba-Haus genossen wir noch etwas den herrlichen Morgen und die Sonne am See. Dann packten wir unsere sieben Zwetschgen zusammen, während die Kinder am Spielplatz herumtobten. Dann verließen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise und fuhren in südlicher Richtung bis Juuka, wo wir in einem Fachmarkt für Steine und Keramik einkauften. Sabine erstand noch ein paar Suppenteller und Tobias einige Kilo Speckstein zur späteren Bearbeitung mit der Feile. Um 12 Uhr fuhren wir bei Sonnenschein weiter zum Berg Koli, dem wichtigsten Berg der Finnen. Der herrliche Ausblick vom Gipfel war in der Vergangenheit Inspiration für zahlreiche Maler und Dichter. Mit der Kabinenbahn ging es zunächst die letzten 40 Höhenmeter bis zum Hotel „Sokos Koli“ am Gipfel, dann weiter über viele Stufen hinauf auf den höchsten Punkt in 347 m Höhe. Der Blick auf den See Pielinen und die vielen kleinen Inseln war sehr schön und wir genossen diesen Ausblick etwa eine halbe Stunde. Leider war teilweise auch eine sehr laute Gruppe von Jugendlichen hier oben, so dass die Ruhe nur begrenzt zu genießen war. Unglücklicherweise war ausgerechnet hier oben der Akku meiner Digitalkamera leer, so dass ich nur 3 Fotos machen konnte. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein und guter Fernsicht stiegen wir wieder hinunter zum Hotel und fuhren mit der Gondelbahn zurück zum Auto. Unser nächster Zielort war nun das 50 km entfernte Joensuu, wo wir Vorräte für unseren Ferienhaus-Aufenthalt bei Lidl kauften und bei Mc Donalds Hamburger aßen. Auf der „E6“ fuhren wir über Hammaslahti und Kitee weiter nach Süden und erreichten gegen 18 Uhr die Hapimag-Ferienhaussiedlung in Rantapirtti beim Ort Punkaharju. Hier bezogen wir unser schönes Holzhaus am See Enanlahti, mit großer Wohnküche (24m²), Bad und 2 Schlafzimmern. Von unserer Veranda hatten wir einen schönen Blick auf den nur 20 Meter entfernten See, wo ein Steg zum Baden einlud. Nachdem alles verstaut war machten wir es uns gemütlich und genossen den Abend mit deutschem Fernsehen.

 

Sonntag, 5.8.2008 (0 km)

Nach dem Begrüßungscocktail im Hapimag-Büro und Vorstellung des Urlaubsortes reinigte Michael das Auto und erkundete die nähere Umgebung, die Kinder radelten und badeten, Sabine lag den ganzen Tag am Steg und las ein Buch.

 

Montag, 6.8.2008 (18 km)

Ab 11 Uhr nahmen Michael und Tobias am 2-stündigen Kanu-Schnupperkurs teil, während dem die im See liegende Insel umrundet wurde. Wir fuhren im Boot zusammen mit unserem Animateur Johannes Erath. Für untrainierte Nichtsportler war es durchaus anspruchsvoll. Um 17 Uhr fand ein finnisches Kegelspiel auf einer Wiese statt, wobei man mit einem Holzstück auf 9 aufgestellte Holzklötzchen wirft, um diese umzuschmeißen. Anschließend fuhren wir noch zum Einkaufen in den Supermarkt von Punkaharju.

 

Dienstag, 7.8.2008 (35 km)

Es ging sportlich weiter: Michael machte von 11 bis 15.30 Uhr eine ausgedehnte Radtour durch die Wälder rund um Punkaharju, während er sich auch an einem einsamen See sonnen und baden konnte. Nach 33 Kilometer kehrte er ziemlich erschöpft zurück – an diesem Tag bewegte er sich nur noch minimal und falls unbedingt notwendig! Am Abend fand der große Grillabend statt. Wir aßen am Grillplatz köstlichen geräucherten Lachs (950 Gramm) und 2 Lettu (Pfannkuchen). Anschließend verbrachten wir einen gemütlichen Abend auf unserer Veranda.

Mittwoch, 8.8.2008 (19 km)

Am Vormittag schrieb Michael ins Tagebuch und Sabine war beim Wäsche waschen. Bei weiter schönem Wetter und Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad fuhren Michael und Tobias in den Ort und kauften die von Tobias seit Tagen ersehnte Angel (25 €), die am Nachmittag gleich bei einer Kanutour mit Tobi´s Ferienfreund Jakob Tintelnot aus Leipzig „eingeweiht“ wurde. Sabine lag den ganzen restlichen Tag am Steg in der Sonne und las im Buch „Das verlorene Labyrinth“. Abends tranken wir Wein auf der Veranda, später schauten wir noch etwas fern.

 

Donnerstag, 9.8.2008 (103 km)

Heute machten wir nach dem Frühstück einen Ausflug nach Savonlinna, der größten Stadt der Seenregion. Wir parkten um 11 Uhr direkt am See und besichtigten bei einer Führung in deutscher Sprache die Burg Olavinlinna (schwedisch: Olofsborg - benannt nach dem Schutzpatron der Ritter St.Olof). Sie wurde Ende des 15.Jahrhunderts erbaut, um die Ostgrenze des schwedischen Königreiches gegen die Russen abzusichern.Sie steht auf einer Insel in einem Labyrinth aus Seen und Wasserwegen und ist eine der besterhaltenen Burganlagen Skandinaviens. Dadurch, dass die Insel von fließendem Wasser umgeben ist, das nur sehr selten zufriert, war die Anlage leicht zu verteidigen. Heute führt ein Steg zum Eingangstor. In der Burg finden in jedem Jahr im Juli berühmte Opernfestspiele statt. Nicht zuletzt deshalb ist die mittelalterliche Burg eine Touristenattraktion, die uneingeschränkt besichtigt werden kann.
Originalmöbel sind fast keine vorhanden, allerdings kann man zwei kleinere Ausstellungen besichtigen, in denen orthodoxe Ikonen und religiöse Artefakte aus Finnland und Russland bzw. Ausstellungsstücke aus der Burg und ihrer Umgebung zu sehen sind. Die Ausstellungsstücke reizten Tobias und Julia weniger, aber sie fanden es sehr interessant, die verwinkelten Gebäudeteile der Burg zu erkunden.
Von der Burgmauer hatten wir einen schönen Blick auf den See und den Innenhof, in dem noch das große, für die Opernfestspiele aufgebaute, Zelt stand. Im Inneren sahen wir die schon erwähnten Ausstellungsstücke, den alten Königssaal, die Burgkapelle und diverse weitere (Wohn-)Räume, teilweise mit Außentoiletten hoch über dem See. Wir erfuhren viel Interessantes über das Leben im Mittelalter, den Kampf der Schweden gegen Russland und die Geschichte der Burg und die erst nach ihrem Bau in der Umgebung entstandene Stadt Savonlinna.
Der Eintritt kostete für Erwachsene 5 EUR, für Kinder 3, 50 EUR und für Familien 12 EUR.

Nach dem Rundgang durch die Burg mit ihren großen Türmen ruhten wir uns in einem kleinen, schattigen Biergarten aus und tranken etwas. Nun fuhren wir ins Zentrum von Savonlinna und bummelten über einen kleinen Markt am Hafen, wo die Damen Schmuck kauften.
Von hier ging es weiter nach in den 25 km östlich gelegenen Ort Kerimäki. Hier besichtigten wir die größte christliche Holzkirche der Welt. Wie wir einem dort ausliegenden Informationsblatt entnehmen konnten, ist dieser Bau mit 45 Metern Länge, 42 Metern Breite und 27 Metern Höhe auch der größte Kirchenraum Finnlands. Die maximale Innenhöhe beträgt 37 Meter bis zum Firstkreuz. Insgesamt gibt es ca. 1670 m Kirchenbänke mit über 3.000 Sitzplätzen. Notfalls würden in der Kirche 5.000 Menschen Platz finden. Die Bauarbeiten wurden am 25.September 1847 abgeschlossen, die Kirche dann an Pfingsten, dem 11.06.1848, geweiht. Warum wurde die Kirche so groß gebaut? Manchmal wird behauptet, der Grund wäre ein Messfehler gewesen, da die Bauarbeiter das Maß "Fuß" in den Zeichnungen des Architekten A.F.Granstedt mit "Meter" verwechselt hätten. Dies ist aber nur eine amüsante Anekdote, da die originalen Baupläne noch im Archiv der evangelisch-lutherischen Gemeinde erhalten sind. In den 40er Jahres des 19.Jahrhunderts vertrat Pfarrer Fredrik Neovius die Ansicht, dass die Hälfte der Gemeindemitglieder zur gleichen Zeit die Möglichkeit haben sollte, das Wort Gottes hören zu können. Als man über die Größe der Kirche entschied, dachte man auch an die Feier- und Markttage. Die hohen Feste gehörten zum alltäglichen Leben der Menschen und die Beteiligung am Gottesdienst war ein natürlicher Teil der Märkte. So kam man auf die Idee. allen Marktbesuchern den gleichzeitigen Besuch des Gottesdienstes zu ermöglichen. Ausgestattet mit diesem neuen Wissensschatz bestiegen wir noch den frei stehenden Kirchturm über steile Treppen und schauten uns die Kirche von oben an. Nach dem Besuch von Kerimäki fuhren wir zurück zu unserem Ferienhaus.
Am Abend fand für die Kinder ein gemeinsames „Stockbrot grillen“ statt, was ihnen viel Spaß machte. Sabine und Michael begnügten sich mit Thunfisch und Brot vor dem Haus bei einem kühlen Bier.

 

Freitag, 10.8.2007 (27 km)

Nach dem Frühstück fuhr Michael allein nach Punkaharju in die öffentliche Bücherei und schrieb dort ein paar Emails an die Freunde und Verwandten. Danach brachte er Postkarten zur Post und kaufte Briefmarken. Am Nachmittag heizten wir nochmal die Privatsauna an und schwitzten ausgiebig vor einem letzten Bad im See. Abends packten wir zusammen, putzten unser Haus am See und vertilgten die Reste aus dem Kühlschrank. Tobias und Julia schauten fern.

 

Samstag, 11.08.2007

Pünktlich um 10 Uhr räumten wir nach dem Frühstück unser Haus, verabschiedeten uns von Familie Tintelnot und gaben den Schlüssel bei Frau Kosonen an der Rezetion ab. Dann fuhren wir noch ein kleines Stück am See entlang, kauften ein und starteten um 11.15 Uhr in Richtung Lampeeranta. Inzwischen waren auch die letzten Wolken verschwunden und das Thermometer stieg auf 27 Grad. Über Felder und Wiesen kamen wir auf kleinen Nebenstraßen nach Miehikkäla, Virolahti und schließlich nach Hamina. Entlang der Staatsstraße E 18 standen hunderte von LKW an der russischen Grenze an. St.Petersburg ist von hier nur ca. 250 km entfernt. Am Nachmittag erreichten wir Kotka, bezogen unser Hotel und fuhren noch an den Hafen. Hier besichtigten wir das „Kotka Maretarium Oy“, ein großes Aquarium, das am 1.Mai 2002 eröffnet wurde. Hier erfuhren wir viel Interessantes über die Unterwasserwelt Finnlands. In 22 Aquarien konnten wir u.a. über 50 heimische Fischarten begutachten, außerdem gab es einen größeren Raum, in dem wir einen Film über das Leben in den Seen und Flüssen des Landes anschauten. Das größte der Aquarien ist ein 500.000 Liter fassender Glaszylinder mit Süßwasserfischen. Die Höhe des Beckens ist 7 Meter, was der durchschnittlichen Tiefe der finnischen Seen entspricht. Obwohl schon alle sehr hungrig waren, fuhren wir zum Abschluss des Nachmittags noch in einen Außenbezirk der Stadt, wo sich im Park Langinkoski die Fischerhütte des russischen Zaren Alexander III. befindet, der öfter hierher zum Angeln kam und Urlaub machte. Das sehr schön am Flussufer liegende Holzhaus wurde 1889 errichtet und kann besichtigt werden, leider war es so spät am Tag schon geschlossen. Es war aber sehr schön und erholsam, am Flussufer zu sitzen und die Stromschnellen zu beobachten. Nach einem kleinen  Spaziergang am Fluss entlang, aus dem früher der Lachsbedarf des Zaren gefangen worden sein soll, fuhren wir ins Hotel zurück. Am Abend aßen wir noch in einem Grillrestaurant in der Nähe des Hotels.

 

Sonntag, 12.08.2007 (Fahrt von Kotka nach Turku)
Wir standen nach einer Nacht im heißen Zimmer um 07.30 Uhr auf, packten und frühstückten. Zum ersten Mal seit 10 Tagen regnete es leicht und der Himmel war grau-bedeckt. Nach dem Frühstück starteten wir um 09.15 Uhr und fuhren zunächst nach Kouvola und von dort – bei inzwischen teilweise besserem Wetter- weiter über Lahti nach Hämeenlinna. Hier parkten wir am Rand des Zentrums am Flussufer und besichtigten zunächst die Burg (5 € Erw./3€ Kind/12 € Familienkarte). Wir gingen durch viele, leere Räume über 3 Stockwerke auf und ab während Sabine aus einem Führer vorlas. Um 12.30 Uhr ging es weiter nach Hattula, etwa 10 km nördlich von Hämeenlinna, wo wir die alte Kirchen Pyhän Ristin Kirkko anschauten. Eine nette Dame führte uns durch den Kirchenraum aus dem Mittelalter und zeigte uns die gut erhaltenen Fresken, Heiligenfiguren, das Altarbild und eine Truhe mit acht Schlössern. Inzwischen hatte es leider wieder angefangen heftig zu regnen. Wir schrieben schnell eine Postkarte an Onkel Rainer und fuhren weiter in Richtung Tampere. Nach 15 km kamen wir nach Ittala, einem bekannten Ort der Glasindustrie, wo wir in einem Fabrikverkaufsladen für 170 € verschiedene Gläser kauften. Um 15.15 Uhr tankten wir noch und fuhren ca. 150 km bis Turku, wo wir um 17 Uhr ankamen. Wir schauten uns zunächst den Dom an, der laut Reiseführer ein „finnisches Heiligtum“ ist und in dem zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Nachdem wir im Scandic Hotel (Zimmer 502) eingecheckt hatten, fuhren wir an den Fluss, der hier in Turku in die Ostsee mündet. Am Ufer lagen einige Schiffe, die als Bar oder Restaurant genutzt werden, sowie einige Museumsschiffe. Nach einem kleinem Spaziergang am Ufer fuhren wir zurück in unser Hotel, parkten dort und gingen am Marktplatz im Sokos-Hotel zum essen (Schweinefilet, Steak, Hühnerbrust). Zurück im Hotel gingen Tobias und Julia (in einem wieder sehr warmen Zimmer) ins Bett. Michael und Sabine tranken im Irischen Pub im Erdgeschoß noch ein „Fosters“, bevor sie um 22.15 Uhr auch ins Bett gingen.

 

Montag, 13.08.2007 (Ostsee Turku – Stockholm)

Um 05.45 Uhr ging der Handy-Wecker, wir mussten früh aufstehen, um die Fähre von Finnland nach Schweden zu erreichen. Nach dem Frühstück um 06.45 Uhr fuhren wir zum Hafen und konnten schon nach 20 Minuten Wartezeit auf unsere Fähre „Amorilla“ der Viking Line fahren. Den Vormittag verbrachten wir mit Tagebuch schreiben, UNO spielen und Rundgängen auf dem Schiff. Um 14 Uhr legte das Schiff für etwa 20 Minuten in Marienhamn auf den Äland-Inseln an. Die Inseln sind flach und nur leicht bewachsen und ähnlich den Kornaten in Kroatien. Das Wetter wurde immer besser, je näher wir auf Stockholm zukamen. In der Abendsonne legten wir im Hafen östlich der Altstadt an und verließen um 19.15 Uhr das Schiff. Nach kurzer Fahrt vorbei am Bahnhof und über 2 Brücken erreichten wir unser Hotel, das Best Western Wallin. Wir waren sehr zufrieden mit dem schönen, neu eingerichteten Zimmer und der modernen Ausstattung des Hauses. Am Abend gingen wir noch zum Pizzaessen ins Restaurang „Al Forno“ und tranken ein letztes Bier in der Hotelbar (23.00 Uhr).

 

Dienstag, 14.08.2007 (Stadtbesichtigung Stockholm)

Michael stand um 7.30 Uhr auf, danach der Rest der Familie. Beim Frühstück mussten wir etwas warten, da gleichzeitig die Teilnehmer „World Water Week 2007) frühstückten. Pappsatt von Rührei, Speck und Melone gingen wir zur 500 m entfernten Tiefgarage und fuhren zum Wasamuseet, dem Museum in dem das 1628 gesunkene Kriegsschiff Wasa ausgestellt ist. Es war sehr interessant und eindrucksvoll, dieses große Schiff von außen anzuschauen und etwas über die Umstände des Unterganges und die damalige Zeit zu erfahren. Wir verbrachten 2,5 Std. in dem Museum und fuhren erst um 12.30 Uhr zurück zum Hotel. Dort begannen wir unseren Stadtrundgang und starteten bei den großen Kaufhäusern. Zunächst gingen wir zur Gamla Stan, der Altstadt Stockholms. Man kann hier herrlich durch verwinkelte Gassen bummeln, vorbei an Cafés, Restaurants, Kneipen, Kunsthandwerkerläden und Antiquitäten. Die Hauptstraßen bilden die Västerlånggatan und die Österlånggatan, daneben sind ebenfalls die Straßen Stora Nygatan und die Lilla Nygatan erwähnenswert. Dazwischen besteht ein buchstäbliches Gassengewirr, das man sonst nur aus Italien kennt und dessen Erkundung viel Spaß macht. Wir sahen hier auch das königliche Schloss und die Storkyrkan, die Hochzeits- und Krönungskirche der schwedischen Könige.

Ganz in der Nähe aßen wir in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Nun gingen wir weiter durch die Altstadt zur kleinen Insel Riddarholmen. Hier befindet sich eine der schönsten Kirchen Stockholms, die Riddarholms Kyrka. Die neogotische Kirche ist Grabstätte der schwedischen Könige und mit ihrer gusseisernen Turmspitze ein unverkennbarer Blickfang. Nach Besichtigung unzähliger Sarkophage gingen wir durch die Myntgatan und gelangten zur Evert Taubes Terrasse, von wo aus wir unseren Blick frei über Södermalm, Långholmen und Kungsholmen (inkl. Stadshuset) schweifen ließen und ein Familienfoto machten. Von hier aus kehrten wir in unser Hotel zurück. Den Abend verbrachten wir in einem italienischen Restaurant.

 

Mittwoch, 15.08.2007 (Stockholm – Gränna) 370 km

Nach dem Frühstück zogen wir unsere Koffer durch die Straßen zur Tiefgarage und starteten in westlicher Richtung auf der E4/E20 und erreichten nach 60 km den Ort Mariefred, wo wir das Schloss Gripsholm auf einer Landzunge besichtigen. Wir sahen viele der 4000 alten Gemälde, die in den Räumen hingen und hauptsächlich Könige und Prinzen, aber auch andere bedeutende Persönlichkeiten zeigen. Außerdem waren noch einige Möbel aus dem 17. Und 18. Jahrhundert zu besichtigen. Der Rundgang im und um das Schloss war sehr schön, nicht zuletzt auch wegen des schönen Wetters. Nach einem kurzen Stopp im Ort um das Schloss zu fotografieren, fuhren wir wieder ein Stück zurück in Richtung Stockholm und dann weiter auf der E4 bis nach Trosa (70 km), einem kleinen Ort an der Küste, der schon oft Schauplatz von Herz-Schmerz-Filmen von Inga Lindström war. Wir aßen Kuchen und Sabine kaufte sich ein Kleid und eine rote Hose, während Michael am Kanal ein entlang in Ortszentrum spazieren ging und filmte und fotografierte. Die kleinen Häuschen und Schiffe waren sehr nett und boten gute Motive. Um 15.30 Uhr verließen wir Trosa in südlicher Richtung und fuhren auf der Autobahn E4 bei teilweise regnerischem Wetter 240 km über Norrköping und Linköping bis nach Gränna am See Vättern, wo wir im Hotel Gyllene Uttern („Goldener Otter“) ein Ferienhäuschen gemietet hatten. Wir bezogen unsere Betten in 2 Stockwerksbetten und richteten uns häuslich ein, dann gingen wir im Hotelrestaurant mit schönem Blick auf den See zum Abendessen (1.300 SEK, ca. 140 €). Sabine aß Saibling, Tobias Tortellini mit Steinpilzen, Julia Spaghetti Bolognese und Michael eine Smäländische Spezialität, eine fette Bauernwurst mit Kartoffeln. Deshalb musste nach dem Essen im Haus mit dem Duty-free-Wodka kräftig nachgespült werden. Michael und Julia schrieben Tagebuch, Tobias schlief bald ein und Sabine telefonierte 20 Min. mit Angelika. Onkel Rudi geht es leider immer schlechter. Um 22.30 Uhr gingen wir ins Bett.

 

Donnerstag, 16.08.2007  (rund um Gränna)

Um 8 Uhr standen wir auf, um 9 Uhr gingen wir ins Haupthaus zum Frühstück: wir aßen in einem großen dunklen Saal mit großen Gemälden mit allem Drum und Dran. Mit uns waren auch die Mitglieder eines BMW-E3-Clubs im Hotel mit schönen Autos aus den 70er Jahren. Um 10.30 Uhr starteten wir in Richtung Norden und fuhren bei sintflutartigem Regen und schlechter Sicht am See entlang. Über Mjölby erreichten wir Vadstena, wo wir an der Klosterkirche parkten.

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und so konnten wir ohne Schirm am See entlang zum Schloss gehen. Wie wir dem Reiseführer entnehmen konnten, wurde der Bau der schwedischen Renaissanceburg 1545 von König Wasa begonnen und von seinen Söhnen beendet. Über eine Brücke kamen wir in den Innenhof, stöberten in den Infoblättern am Eingang herum und gingen dann zurück zur gotischen Klosterkirche, wo wir das Grab von Herzog Magnus (+ 1595), einem Sohn von König Gustav Wasa, sowie den Sarkophag der hl. Brigitta (+ 1373) sahen. Nächster lohnenswerter Stopp unserer Tagestour war die Ruine des Klosters in Alvastara. Die ganze Anlage war sehr gut erhalten und gepflegt, besonders der Rasen. Wir fotografierten und schauten uns alle Reste der Kirche an. Dann fuhren wir auf der Autobahn – nach einem Tankstopp - bis nach Gränna. Da inzwischen das Wetter doch recht gut war mit Temperaturen über 20°C, entschlossen wir uns, doch noch auf die Insel Visingsö im Vätternsee zu fahren. Wir parkten das Auto an der Anlegestelle der Fähre und erreichten nach kurzer Überfahrt, bei der Tobias und Ich etwas nass wurden, den Hafen der Insel. Dort gingen wir etwas spazieren – die Rundfahrt mit dem Pferdewagen war uns zu teuer (70 SEK, ca. 10 € pro Erw./Kinder die Hälfte) – und die Mädchen bei den Kutschen zu unfreundlich. Sehr schön war die etwas 500 m entfernte Schlosskirche „Brahe-Kyrkan“, die erst neu renoviert worden war und die malerisch gelegene Schlossruine. Nach 2 Std. waren wir um 18.00 Ihr wieder zurück in Gränna und gingen noch recht gut zum Pizzaessen im „Restaurang Grännagarden“. Nach dem Essen schüttete es wie aus Kübeln. Wir schrieben in unserem Haus noch etwas Karten, SMS und Tagebuch, tranken Wodka-Lemon und alberten herum. Um 22.30 Uhr schliefen alle vier ein.

 

Freitag, 17.08.2007 (Gränna – Kopenhagen)

Wir wachten erst um 08.15 Uhr auf, beeilten uns, waren aber trotzdem erst um 09.15 Uhr beim Frühstück. Da die Sonne schien, machte ich noch ein paar Fotos vom Seee Vättern während Sabine zusammenpackte. Um 10.15 Uhr verließen wir Gränna und fuhren auf der Autobahn ohne Stopp über Jönköping nach Helsingborg (275 km), wo wir gleich auf die Fähre „Brahe“ der Scandlines fuhren. Nach 10 Minuten fuhr die Fähre bei Sonnenschein, aber starkem Wind los und erreichte schon 20 Min. später das andere Ufer in Helsingor. In Dänemark angekommen parkten wir beim Schloss Kronenburg, dem  ”Kronborg Slot”. Im dem von starken Mauern und Wassergraben geschützten Schloss besichtigten wir die königlichen Gemächer, ebenso sehenswert war der große Ballsaal und die vielen Wandteppiche mit den Abbildungen zahlreicher dänischer Könige. Pro Jahr kommen etwa 20. 000 Dänen und Touristen hierher, um dieses geschichtlich interessante Gebäude zu besichtigen. Besonders spannend für die Kinder war die Besichtigung der Kasematten, der unterirdischen Gewölbe unter dem Schloss, die von Fackeln nur spärlich beleuchtet werden und mit der Taschenlampe erkundet werden können. Hier unten sahen wir auch die etwa 2 Meter hohe Statue von Holger Danske, einem dänischen Sagenhelden, der hier der Legende nach schläft, bis er Dänemark verteidigen muss.
Auf der dem Meer zugewandten Wehrmauer des Schlosses, von der aus wir einen schönen Blick auf den Öresund und das schwedische Festland hatten, stehen zahlreiche alte Kanonen. Sehr lohnenswert war auch ein Blick in die alte Schlosskapelle mit schönen Malereien.
Der Besuch des Schlosses gefiel uns sehr gut und der Eintrittspreis für das Schloss, die Kapelle und die Kasematten war mit 60 Kronen (ca. 8 Euro) für Erwachsene und 15 Kronen für Kinder eine lohnende Investition. Nun verließen wir Helsingor wieder und fuhren am frühen Nachmittag eine kmappe Stunde (65 km) in Richtung Süden bis nach Kopenhagen. Nachdem wir nach längerem Suchen unser Hotel Hvidore in einem der Randbezirke der Stadt gefunden hatten bezogen wir unser Zimmer und fuhren zurück in die Innenstadt. Wir parkten unser Auto direkt im Zentrum in einem Parkhaus in der Bredgade nahe der Frederiks Kirke und dem Amalienborg Slot. Von hier aus gingen wir zunächst in die Kobmagergade 52a zum „Runden Turm“ (dänisch: Rundetarn), der 1640 bis 1642 erbaut wurde.

Von der großen, unüberdachten Aussichtsterrasse hatten wir einen wunderbaren Ausblick in alle Richtungen auf Kopenhagen. Auch der Aufstieg über die 6 mal gewundene, spindelförmige und  stufenlose Auffahrt im Inneren war sehr beeindruckend. Früher soll sich hier auch einmal eine Königin mit der Kutsche hochfahren gelassen haben. Der Eintritt kostete für Erwachsene 25 Kronen, für die Kinder je 5 Kronen. Nun gingen wir durch die Straßen der schönen Altstadt in nördlicher Richtung durch das alte Kastell bis zur weltberühmten Meerjungfrau. Eine große Anzahl von Touristen scharte sich um das Denkmal und wir mussten auch etwas warten, bis wir das obligatorische Foto mit dem Wahrzeichen der Stadt geschossen hatten. Tobias rutsche dabei von einem Stein ab und stand bis zur Wade im Wasser, was wir sehr lustig fanden – er aber war ziemlich sauer. Nun gingen wir am Hafen entlang wieder zurück in die Altstadt, sahen schöne Segelschiffe und die neue Oper am anderen Ufer. Am Schloss Amalienborg, der Hauptresidenz der dänischen Monarchen, sahen wir die königlichen Wachen und durch Zufall auch die königliche Staatskarosse von Königin Margarethe II., einen Rolls Royce. Nach einen Besuch in der aus Marmor im klassizistischen gebauten Frederiks-Kirche, deren große Kuppel von Bildnissen der 12 Apostel geschmückt wird, gingen wir zum Auto zurück und fuhren am Tivoli vorbei in unser Hotel Scandic Hvidovre und verbrachten dort einen gemütlichen Abendessen im Grillrestaurant. 

 

Samstag, 18.08.2007 (Kopenhagen – München)
Heute verließen wir um ca. 9 Uhr die dänische Hauptstadt und fuhren, mit Ausnahme einer größeren Essens-Pause bei Hammelburg in Franken,  ohne größere Stopps bis nach München, wo wir gegen Mitternacht ankamen. 

michaelw@bayern-mail.de