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Reisebericht von unserer Kreuzfahrt
durch das westliche Mittelmeer vom 12. - 19.Mai 2008


Stationen der Reise waren Genua (Italien) - Monte Carlo (Monaco) - Valencia (Spanien) - Valetta (Malta) - Civitaveccia/Rom (Italien)


Sonntag, 11.Mai 2008

Wir starteten am frühen Vormittag unsere Urlaubsreise und fuhren ohne größere Staus über Garmisch, Innsbruck und Bozen ans Nordende des Gardasees, wo Michael in Peschiera del Garda ein Zimmer im Hotel „Nuova Barcaccia“ reserviert hatte. Nachdem wir nach ca. 20 Minuten Irrfahrt das Hotel gefunden und unser schönes, modernes Zimmer bezogen hatten fuhren wir ins Zentrum des Ortes und spazierten dort durch schmale Gassen und entlang des alten Hafens. Da wir leider in München die Videokamera und alle Fotoakkus vergessen hatten (grande catastrophe!), suchten wir ein Fotogeschäft, fanden aber leider keines, in dem Olympus-Akkus zu bekommen waren. Unser nächstes Ziel war am Spätnachmittag der Ort Sirmione, wo deutlich mehr Touristen unterwegs waren. Wir gingen durch die schöne Altstadt mit den engen Gassen, schauten in ein paar Läden und erreichten schließlich das Ende der Halbinsel, wo sich die Ausgrabungsstätte mit der „Grotte des Catull“ befindet. Hierbei handelt es sich um die Ruinen eines Kaiserpalastes oder einer Therme. Julia hatte nun allerdings genug vom Spaziergehen und so fuhren wir mit der Bimmelbahn (1 EUR pro Pers.) zurück in den Ort. Nachdem wir kein Restaurant fanden, das den hohen Ansprüchen unserer Kinder entsprach, gingen wir zum Auto zurück und fuhren zu unserem Hotel. Hier verbrachten wir einen unterhaltsamen Abend in der neben dem Hotel gelegenen Pizzeria, die überwiegend von Einheimischen besucht wurde. Im Hotel angekommen gönnten wir uns zum Abschluss noch ein Glas Wein an der Bar.

 

Montag, 12.Mai 2008

Nach einem üppigen Frühstück fuhren wir um 8 Uhr direkt auf die Autostrada Venecia-Milano. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichten wir Genua, wobei auf den letzten 30 Kilometern die Straße sehr kurvig war. Schnell fanden wir den „Porto Passagieri“ und kauften in einem Elektroladen am Hafen eine günstige, neue Videokamera, da Michael nicht ohne Kreuzfahrt-Film nach Hause kommen wollte. Nun fuhren wir in den Hafenbereich und hier sahen wir dann zum ersten Mal „unser“ Schiff – die MSC Sinfonia.

Der nun folgende Check-In verlief problemlos: Wir ließen unser Auto – zugegebenermaßen mit einem komischen Gefühl – mit Schlüssel, wie von einem freundlichen Mitarbeiter von MSC gewünscht, einfach in der Nähe des Schiffes stehen. Ich warf noch einen letzten Blick zurück auf die Familienkutsche (wer weiß, ob man sich wiedersieht), dann gingen wir direkt in das Check-In-Gebäude, wo bereits etwa 100 andere Urlauber warteten. Die Einschiffung ging dann sehr zügig und war binnen 20 Minuten erledigt. Die Mitarbeiter waren alle freundlich und es lief dementsprechend professionell ab. Wir erhielten jeder eine mit Strichcode versehene Plastikkarte, unseren Bordpass. Anschließend wurden alle sofort fotografiert, zunächst für das Bord-Identifikationssystem, dann vom offiziellen Bordfotografen mit einem Steuerrad in der Hand. Dieses Bild konnte man am nächsten Tag für 13 Euro an Bord erwerben, was wir auch taten. Nun wurden wir von den, überwiegend asiatischen, MSC-Mitarbeitern über die verschieden Getränkepakete informiert, die man erwerben konnte, während gratis Saft zur Verfügung stand. Wir kauften uns ein Wein-Classic-Paket, ein Softdrink- und ein Junior-Paket. Der Erwerb dieser vergünstigten Getränkepakete wäre allerdings auch später an Bord an jeder Bar möglich gewesen. Nachdem auch die Sicherheitskontrolle mit Durchleuchten des Handgepäcks erledigt worden war, durften wir aufs Schiff und wurden von einem Steward zur Kabine begleitet. Unser Heim für die einwöchige Kreuzfahrt, eine Außenkabine auf Deck 9, war hell und freundlich. Es gab ausreichend viel Stauraum und Ablagen. Ein breites Doppelbett vor einem großen Fenster rundete den ersten positiven Eindruck ab. Hinter dem großen klappbaren Spiegel befand sich der Safe und zusätzlich noch eine ganze Menge mehr Stauraum für Reiseführer, Digicam etc. Der Zimmersafe war kostenlos und mit frei wählbarem Zahlencode ausgestattet. Zusätzlich hatten wir eine Minibar und Telefon. Das Bad (mit Föhn) war ausreichend groß, nur beim Duschen suchte der Vorhang immer Körperkontakt. Die Toilette war relativ laut, da sie, wie im Flugzeug, mit einem Absaugmechanismus arbeitete. Das Fernsehprogramm beschränkte sich auf einige deutsche sowie viele ausländische Sender. Zusätzlich gab es diverse Infokanäle in mehreren Sprachen (z. B. mit Bugkamera, den aktuellen Reisedaten wie Wellenhöhe, Position des Schiffes und vieles mehr). Die Kabine wurde von unserem Steward während unserer Urlaubswoche stets in tadellosem Zustand gehalten. Er wartete häufig schon vor der Tür, um z. B. die Betten am Abend herzurichten. Tobias und Julia schliefen in an der Wand angebrachten Betten, die tagsüber hochgeklappt waren.

Während Sabine nun zunächst unsere Koffer auspackte und alles verstaute, erkundete der Rest der Familie das Schiff. Nachdem das Schiff Genua verlassen hatte, fand am späteren Nachmittag die obligatorische Seenotrettungsübung statt, bei der sich alle Passagiere mit Schwimmwesten im Casino einfanden. Die ganze Aktion war recht unterhaltsam und es wurden vom Bordfotografen wieder viele Fotos von schwimmwestentragenden Urlaubern geschossen. Am Abend gingen wir erstmals ins Bordrestaurant. Wir waren der ersten Sitzung um 19 Uhr zugeteilt worden und wurden an einen 8-Personen-Tisch gebracht. Wir saßen hier die ganze Woche mit zwei netten, älteren Lehrer-Ehepaaren. Nach dem Essen besuchten wir um 19 Uhr noch die abendliche Show mit viel Gesang, dann zogen wir uns bald müde in die Kabine zurück.

Dienstag, 13.Mai 2008

Am frühen Morgen hatte die MSC Sinfonia den Hafen von Monaco erreicht. Bereits um 8 Uhr verließen wir das Schiff und gingen zu Fuß bei leichtem Nieselregen hinauf zum Fürstenpalast. Unterwegs genossen wir den Blick auf den Hafen und die, bereits für das zwei Wochen später stattfindende Formel-1-Rennen vorbereitete Rennstrecke. Vor dem Palast drehte ein einsamer Wachsoldat seine Runden während wir die Luxusjachten im Hafen aus der Ferne begutachteten. Nach einem kurzen Besuch in der Kathedrale am Grab von Fürst Rainer und Fürstin Gracia Patricia gingen wir hinunter zur Start-/Zielgeraden der Formel 1-Strecke. Es war sehr interessant die Strecke abzulaufen, bis hinauf zum Casino und zur bekannten Potenza Kurve. Julia fand es eher langweilig, so dass wir nach einigen Fotos und kurzer Besichtigung der Tribünen am Schwimmbad zum Schiff zurück gingen. Nach dem Mittagessen im Selbstbedienungsrestaurant verbrachten wir den Nachmittag auf dem Pooldeck, die Kinder lieferte ich im Junior-Club ab. Ab diesem Zeitpunkt sahen wir die beiden nur noch zum Abendessen und bei den Landausflügen.

An unserem zweiten Abend an Bord stand der Galaabend auf dem Programm. Wir warfen uns also alle in Schale und erschienen pünktlich um 19 Uhr in Abendgarderobe im Restaurant Covo. Entgegen aller Erwartungen hatten sich fast alle Reisenden an den vorgegebenen Dresscode gehalten, so dass es ein recht festlicher Abend wurde, nicht zuletzt wegen des hervorragenden 6-Gänge-Menüs. Um 21 Uhr wurden alle auf dem Weg zum Theater fotografiert, wahlweise mit oder ohne Kapitän. Wir entschieden uns für das reine Familienfoto. Nach der Show tranken wir noch ein letztes Bier in der Buddha-Bar, dann sanken wir zufrieden in unsere Kojen.

Mittwoch, 14.Mai 2008

Nach einen ruhigen Vormittag an Deck erreichten wir mittags den Hafen von Valencia in Spanien. Hier hatten wir einen Ausflug gebucht (40 EUR pro Person) und bestiegen um 13.30 Uhr einen der bereitstehenden Busse. Zunächst fuhren wir durch die Innenstadt, wobei uns eine Reiseführerin die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigte. Leider konnten wir nicht aussteigen, da die Zeit zu knapp war. Gerade die Kathedrale hätten wir schon gerne von innen gesehen. So blieb uns leider nur der Blick im Vorbeifahren auf diese bekannte Kirche, die Markthalle, die Seidenbörse, das Fußballstadion und ein altes Stadttor. Auf der Autobahn ging es etwa 50 km (40 Fahrminuten) nördlich von Valencia nach Vall d'Uixó bei Castellon. Hier besichtigten wir die Grotte von San José (Les Coves de Sant Josep). Hier ließen wir uns in Booten auf dem längsten schiffbaren Fluss Europas ins Innere der Höhle fahren. Die indirekte Beleuchtung der in tausenden von Jahren entstandenen Gesteinsformationen und Tropfsteine war faszinierend und wird am Höhleneingang als „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ bezeichnet. Nach einer kurzen Fahrt auf dem unterirdischen Fluss gingen wir zu Fuß 260 Meter durch die Höhlen mit den kunstvoll angestrahlten Felsvorhängen und Tropfsteinen, bevor wir wieder die Holzboote bestiegen und 535 Meter bei absoluter Stille wieder zum Ausgang gebracht wurden. Hierbei mussten wir häufig der Kopf einziehen, denn die Höhlendecke ist an manchen Stellen sehr niedrig. Nach etwa 45 Minuten waren wir wieder draußen und fuhren zurück nach Valencia. Am alten Flussbett der Turia, der wie wir erfuhren heute außerhalb der Stadt umgeleitet wird, sahen wir die architektonisch sehr beeindruckenden, modernen Bauten (Opernhaus, Kino und Museum) mit den Wasserflächen und schönen Parkanlagen. Michael fand ständig neue Fotomotive – mit oder ohne Familie im Vordergrund.

Im Bus ging es von hier – vorbei an der noch im Bau befindlichen Formel 1-Rennstrecke und dem Hafen des America Cups – um 17.30 Uhr zurück zur MSC Sinfonia. Abends besuchten wir, nach einem wieder sehr guten Dinner mit Roastbeef, Suppe, Putenbrust mit Schinken und Käse überbacken und dem Dessert „Baba“, die Show im Theater, die diesmal überwiegend von einer hervorragenden Sängerin gestaltet wurde.

Donnerstag, 15.Mai 2008

Dieser Tag war nach dem Programm der Reise unser „Seetag“. Wir fuhren südlich von Mallorca und Sizilien durch das westliche Mittelmeer und hielten uns bei windigem und kühlem Wetter vorwiegend an Deck unseres Schiffes auf. Tobias und Julia waren fast den ganzen Tag im Junior-Club, spielten und bemalten T-Shirts. Michael besuchte mittags eine Podiums-Diskussion mit ehemaligen Spielern des FC Bayern München. Markus Münch, Wolfgang Kraus, Björn Andersson und Matthias Zimmermann standen den etwa 50 Zuhörern für Fragen zur Verfügung. Am Nachmittag sonnten wir uns an Deck, bevor es zunehmend kühler (18 Grad) wurde und wir uns an die Bar zum Aperitif zurückzogen. Am Abend gab es im Show-Theater eine Zauber-Vorstellung von Criton, danach saßen wir mit unseren Tischnachbarn noch bei zwei Bierchen an der Bar, während die Kinder maskiert auf dem Schiff herumliefen.

Freitag, 16.Mai 2008

Beim Frühstück waren wir noch 3 Stunden von Malta entfernt, nach Bord-Info war unsere Position 36° 16‘ Nord, 13° 40‘ Ost. Seit Genua hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon 1.235 Nautische Meilen zurückgelegt, die Wellenhöhe lag bei 1,25 m. Wir fuhren in süd-östlicher Richtung an der Insel entlang bevor um 11.15 Uhr das Schiff in Valetta, der Hauptstadt des Landes, anlegte. Die meisten der Passagiere standen an Deck und fotografierten.
Bereits bei der Einfahrt in den Hafen beeindruckten die dicken Hafenmauern und die zahlreichen Kirchenkuppeln der Stadt des „Malteser- und Johanniterordens“. Auf den Aussichtsterrassen der Stadt standen die Touristen und filmten unser Schiff, wir filmten zurück. Auf der Straße sahen wir die ersten typischen kleinen Pferdekutschen, Palmenalleen und die Stadtmauern. Um 13 Uhr verließen wir das Schiff und fuhren für 1 EUR pro Person mit dem öffentlichen Bus, der direkt am Hafen hielt, hinauf in die Altstadt.

Vom größten Busbahnhof der Stadt betraten wir durch das Stadttor das Zentrum der ehrwürdigen Stadt der Malteserritter. Valetta hat nur etwa 7.000 Einwohner und wurde Ende des 16.Jahrhunderts um 1570 innerhalb weniger Jahre erbaut. Die Straßen verlaufen alle gitternetzartig, so dass man sich gut zurechtfindet. Benannt wurde die Stadt, wie wir dem auf der Sinfonia verteilten Info-Blatt entnehmen konnten, nach dem Großmeister Jean Parisot de la Vallette. Sie liegt auf einer Landzunge und ist von drei Seiten vom Meer umgeben. Zunächst gingen wir vom Busbahnhof rechts zum Barrakka-Garden wo ein Springbrunnen zwischen riesigen Geranien plätscherte und wo man von der offenen Terrasse einen schönen Blick auf den „Grand Harbour“ mit den Kreuzfahrtschiffen und St.Angelo hat. Unterhalb der Terrasse befindet sich eine Salutgeschützgruppe, die in einen kleinen, ebenfalls terrassenförmig angelegten Blumengarten umgewandelt wurde.

Die weitere Besichtigung führte uns durch die nur gut 1 Quadratkilometer große Stadt zur eindrucksvollen St.John's Co-Cathedrale, die wir nach Bezahlung des Eintrittspreises von 5,80 EUR eingehend besichtigten. Von außen wirkt die Kirche eher schlicht und unscheinbar, das Innere ist mit seiner üppigen goldenen Verzierung, den Gemälden und bunten Marmorgrabplatten auf dem Fußboden sehr beeindruckend. Wir erkundeten die Kathedrale, die als eine der schönsten Kirchen Europas gilt, mit Hilfe und Anleitung des Audioführers, was sehr interessant war.  Natürlich betrachteten wir auch das berühmte Bild der „Enthauptung von Johannes dem Täufer“ von Caravaggio im Museum neben der Kirche. Aufgrund der großen Zahl von Touristen wurden wir gruppenweise eingelassen. Weiter ging unser Stadtrundgang zum Großmeisterpalast (Grand Master´s Palace), der wegen eines Staatsbesuches allerdings nicht besichtigt werden konnte. Zum Abschluss bummelten wir von dort noch durch einige Geschäfte an der Hauptstraße, kauften Souvenirs (T-Shirts, Keramikteller) und sammelten durch diese Einkäufe auch noch einige der allseits begehrten neuen maltesischen Euros ein. Mit dem öffentlichen Bus ging es zurück zum Schiff, wo wir noch maltesischen Wein im duty-free-shop kauften und in unserer Buddha-Bar ein kühles Bier genossen. Am Abend war ab 19 Uhr der zweite Galaabend, zu dem wieder alle Kreuzfahrer mit Abendgarderobe erschienen. Es gab diesmal hervorragenden Lachs, Garnelen (die wohl schon vor längerem ihren ursprünglichen Lebensraum Meer verlassen hatten und deshalb etwas etwas eigenartig rochen), Salat, Filet Mignon und zum Abschluss Eisbombe. Diese wurde in das abgedunkelte Restaurant zu den Klängen von „Volare“ hereingebracht. Nach dem Besuch der Tanzshows „La Strada“ im Theater mit unseren Tischnachbarn aus Norddeutschland tranken wir noch an der Bar ein kleines Bier, dann ging es in die Kabine zurück.

Samstag, 17.Mai 2008
Bereits um 7 Uhr saßen wir beim Frühstück - in freudiger Erwartung des heutigen Ausflugs nach Tunis und Karthago. Etwas verwundert stellten wir beim Blick durch die Panoramafenster des Frühstücksraumes fest, dass unser Schiff vor der afrikanischen Küste in langgezogenen Kurven fuhr und dabei immer noch sehr weit vom Ufer entfernt war. Trotzdem packten wir in der Kabine alle für den Ausflug notwendigen Dinge zusammen und begaben uns pünktlich um 7.45 Uhr zum Treffpunkt im Theater. Hier erfuhren wir dann, dass wir wegen der aktuellen Windverhältnisse nicht in den Hafen von Tunis einlaufen können. Die allgemeine Enttäuschung war groß - schließlich hatten wir uns doch so auf diesen Landausflug gefreut. Es herrschte unter den Passagieren großes Unverständnis über diese Entscheidung, zumal das Meer ziemlich ruhig und auch der Wind, nach unserem Empfinden, nicht besonders stark war. Aber alles Lamentieren half nichts - eine Schiffsdurchsage bestätigte kurz darauf die Auskunft der Reiseleiterin. So gingen wir traurig auf das Pooldeck und tranken dort erstmal einen weiteren Kaffee mit dem Ehepaar von unserem Tisch. Den Rest des Tages lagen wir an Deck bei schönem Wetter. Am Nachmittag gab die österreichische Band "Die Seer", die mit ihrem Fanclub  an Bord waren, ein etwa 45-minütiges Spontan-Konzert an der Poolbar, ewas unsere Stimmung wieder etwas verbesserte. Unsere Kinder waren den ganzen Tag nicht zu sehen - sie probten im Juniors-Club für eine am Abend geplante Aufführung. Um 17 Uhr war im Theater eine kurz Einweisung bezüglich der Ausschiffungs-Formaltäten in Genua, dann war im Business-Center die Tanz- und Gesangsvorstellung des Kinderclubs. Unsere Julia tanzte mit 3 anderen Mädchen zur Musik des "Highschool-Musical" und Tobias führte mit anderen einen kleinen Sketch auf. Nach dem üblichen Aperitif an der Bar gab es ab 19 Uhr Dinner - wieder sehr gut mit 5 Gängen, u.a. Saltimbocca, Rigatoni und Tiramisu. Die Abendshow hatte das Thema "Islands" und war sehr gut, eine Mischung aus Zauberei mit dem Magier Criton und Tanzdarbietungen. Ein Afrikaner konnte seine Gliedmaßen dermaßen verbiegen, dass er auf ein Tablett passte und ein anderer zeigte Kunststücke mit brennenden Fackeln. Nach einem Gin-Tonic in der Manhattan-Bar, wo wieder ein Tanz-Kurs (v.a. für die Italiener) stattfand, gingen wir gegen Mitternacht in unsere Kabine. Die Kinder hatten sich nach dem anstrengenden Seetag schon nach der Show dorthin verzogen.


Sonntag, 18.Mai 2008
Als wir am Morgen erwachten lag des Schiff bereits im Hafen von Civitaveccia. Michael und Tobias hatten den Ausflug "Rom auf eigene Faust" gebucht, der nur den Transfer vom Hafen nach Rom und zurück beinhaltete. Sabine hatte sich entschlossen, mit Julia an Bord zu bleiben, da wir Rom in den letzten Jahren schon mehrmals besucht hatten. Bei leichtem Regen starteten "die Männer" nach dem Frühstück mit dem Reisebus in Richtung Süd-Osten und erreichten nach fast eineinhalb Stunden die Hauptstadt Italiens.

Direkt am Vatikan stiegen wir aus und brachten zunächst die leidige Sicherheitskontrolle am Petersplatz mit 20-minütiger Wartezeit bei Regen hinter uns. Dann betraten wir den atemberaubend großen Petersdom und schauten uns überall um. Leider war der Altarbereich wegen des sonntäglichen Gottesdienstes abgesperrt. Als nächstes besichtigten wir die Papstgruft, wo besonders am Grab von Papst Johannes-Paul II. sehr viele Menschen beteten. Wir sahen das Grab des heiligen Petrus unter dem Hauptaltar sowie viele andere Sarkophage früherer Päpste. Nun beschlossen wir auch noch die Kuppel des Petersdomes zu besteigen, und zwar im wahrsten Sinne das Wortes, ohne den Lift zu benützen. Dies stellte sich doch als etwas anstrengender heraus als gedacht, aber stolz standen Vater und Sohn schließlich doch hoch oben auf dem Petersdom und bewunderten den schönen Blick auf die Stadt und den Vatikan. Wieder unten auf dem Platz gingen wir zur nächsten Metro-Station und fuhren bis zur "Piazza Spagna", wo wir die berühmte Spanische Treppe sahen. Inzwischen hatten wir schon etwas Hunger, deshalb legten wir eine kulturelle Pause ein und aßen eine große Pizza in einem der zahlreichen Ristorante. Gut gestärkt ging es nun weiter zum Colosseum, dem antiken Amphitheater, das wir von außen begutachteten.

Tobias ließ sich mit einem "echten Römer" in Uniform vor dem Forum Romanum fotografieren, dann gingen wir am Vittorio-Emanuele-Denkmal vorbei bis zum Campo die Fiori, einem schönen, malerischen Platz im Zentrum. Nach einigen Fotos mussten wir leider schon weiter, denn für 16 Uhr war die Rückfahrt nach Civitaveccia angekündigt. Trotzdem ließen wir uns es nicht nehmen noch bei der Engelsburg vorbeizuschauen, von wo wir direkt zum Vatikan zurückkehrten. Nach ein paar letzten Fotos vom Petersdom bestiegen wir etwas müde den Bus, der uns sicher zum Schiff zurückbrachte. Den letzten Abend an Bord genossen wir nochmals in der netten Gesellschaft unserer Tischnachbarn im Theater und abschließend an der Buddha-Bar. 
Sabine und Julia verbrachten den Tag an Bord der MSC Sinfonia und genossen dort die Ruhe am Pooldeck. 

Montag, 19.05.2008
 

Heute erreichten wir am frühen Morgen den Hafen von Genua. Bereits in der Nacht vor dem
Verlassen des Schiffes mussten die Koffer bis spätestens 2 Uhr morgens vor die Kabinentür
gestellt werden. Am Morgen waren alle Gepäckstücke schon verschwunden. Alles war gut
organisiert und es ging nach Farbbändern sortiert von Bord. Die Kabine musste bis 8.00
Uhr verlassen sein, aber wir hatten genug Zeit zu Frühstücken im Restaurant, da erst
gegen 9:00 Uhr die ersten Passagiere aufgerufen wurden. Ohne Gedränge ging es dann von
Bord. Im Hafengebäude standen dann schon unsere Koffer bereit und zu unserer Freude hatte
auch unser Auto die Urlaubswoche im Hafen unbeschadet überstanden, so dass wir die
Heimfahrt antreten konnten. Einziger Wermutstropfen war an diesem Tag, dass Tobias seine
Digitalkamera beim Verlassen des Schiffes an der Rezeption liegen ließ. Trotz sofort
eingeleiteter Nachforschungen tauchte sie nicht mehr auf. Der Haussegen hing deshalb
gehörig schief, als wir in Folge der Suchaktion erst gegen 11 Uhr Genua in Richtung
Norden verließen. Aber bald war der Familienfriede wieder hergestellt, nicht zuletzt
wegen der erfreulichen Aussicht auf ein paar weitere erholsame Tage in Riccione an der
Adria, wo wir am Nachmittag ankamen.

Unsere erste Kreuzfahrt war ein einmalig schönes Erlebnis und wir werden bestimmt wieder
einmal einen Urlaub auf "hoher See" verbringen.

 

 

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michaelw@bayern-mail.de