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Otto Wurscher

* 8.April 1936     + 3.Oktober 2012 

   

Otto Georg Wurscher erblickte am 8. April 1936 als zweites Kind des Ehepaares Georg und Barbara Wurscher in Olmütz in Mähren das Licht der Welt.

Im Jahr 1938 zog die Familie, infolge dienstlicher Versetzung des Vaters, nach Kscheberscham im Landkreis Bischofteinitz im Sudetenland um und wohnte dort im landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern seiner Mutter. Durch eine erneute Versetzung des Vaters, der bei der Polizei arbeitete, musste die Familie im Jahre 1940 wieder umziehen, zunächst nach Dettelbach, nahe Würzburg in Unterfranken, zwei Jahre später nach Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen, wo Otto die letzten Kriegsjahre miterlebte. Hier besuchte er ab September die Volksschule und später, wie auch sein Bruder Rudolf, der vier Jahre älter war, das örtliche humanistische Gymnasium. Seine Mitschüler erlebten ihn als fröhlichen, hilfsbereiten Schwerenöter, der immer einen lockeren Spruch parat hatte.
Besonders die Nachkriegsjahre mit dem Einmarsch der amerikanischen Besatzungssoldaten und die Schuljahre am von Augustinermönchen geleiteten Seminar hinterließen bei ihm bleibende Erinnerungen. Durch den Beruf des Vaters als Polizist war er über alle Neuigkeiten am Ort gut informiert. In der kleinen Stadt konnte man sich nicht aus dem Weg gehen, es kannten sich nicht nur die Schüler der einzelnen Jahrgänge und Klassen, sondern alle Studierenden des Gymnasiums. So entstanden in diesen Nachkriegsjahren gute Freundschaften, die weit über die Schulzeit hinaus hielten.
Otto Wurscher kam Zeit seines Lebens immer wieder gern nach „Mürscht“ zurück, um die alte Heimat zu besuchen.
Legendär war sein Abiturstreich, bei dem er mit Klassenkameraden den Isetta-Kleinwagen der Schulsekretärin in den 1.Stock vor das Direktorat stellte.
Im Jahre 1956 legte er das Abitur ab und begann das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Gemeinsam mit anderen Kommilitonen wohnte er dort in einem Studentenwohnheim in der Kaulbachstraße. 1957 trat er in die Studentenverbindung KDStV Aureata ein. 
Im Jahr 1958 lernte er seine spätere Frau Renate kennen, die er am 12.August 1961 in der Münchner Peterskirche heiratete. Aus dieser Verbindung sind zwei Kinder hervorgegangen. Im Februar 1962 erblickte Sohn Michael das Licht der Welt, im März 1967 folgte dann die Tochter Angelika. Die junge Familie wohnte gemeinsam mit Renates Mutter am Prinzregentenplatz in München.
Nach Abschluss des Studiums Anfang der 60er Jahre begann Otto Wurscher als Diplomkaufmann seine berufliche Tätigkeit bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RTG. Da er im Rahmen dieser Tätigkeit häufig auswärts bei Mandanten arbeiten musste, konnte er nur an den Wochenenden zu Hause sein. In der Mitte der 70er-Jahre legte er die Prüfung zum Steuerberater ab.

Als Steuerberater und Betriebsprüfer wurde er in seiner beruflich aktiven Zeit von seinen Mandanten sehr geschätzt, da er stets darauf bedacht war, den optimalen steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Nutzen für die von ihm im Namen der BTG geprüften Betriebe zu erreichen. Ohne große Sprüche und ausschweifende Reden gab er sein reiches Wissen weiter, setzte da an, wo er gebraucht wurde, wo es etwas zu organisieren und vorzubereiten galt. In seiner liebenswürdigen und umsichtigen Art war er ein hervorragender Controller für alle Belange, die nun einmal seinen Beruf als Betriebsprüfer gekennzeichnet haben. Sein fröhliches, lebensbejahendes Wesen strahlte auf seine Umgebung aus, seine beispielhafte Verantwortlichkeit für alles, was in seinem Beruf notwendig war und ist, hat er vorgelebt und den jüngeren Kollegen weitergegeben.

                                                                                                                                                                                       

Die Freizeit verbrachte die Familie meist am Starnberger See bei Tutzing, wo Otto Wurschers Schwiegermutter ein Ferienhaus besaß. Wegen seiner gastfreundlichen und geselligen Art kamen dort und später auch im Haus in München-Trudering, in dem die Familie seit 1979 wohnte, häufig viele Freunde und Verwandte zu Besuch.
Zusammen mit seiner Frau verreiste er sehr gern, z.B. nach Kroatien und an die italienische Adriaküste, in die Pfalz und besonders häufig auch nach Südtirol, wo er in jedem Jahr einen Wanderurlaub mit Freunden organisierte.
Größere Fernreisen unternahmen die beiden nach Florida, Russland und Thailand. 

Leider wurden diese Unternehmungen durch die schwere Erkrankung seiner Frau seit Mitte der 90er-Jahre mehr und mehr eingeschränkt. Umso mehr freute er sich 1996 über die Geburt seiner ersten beiden Enkelkinder Tobias und Franziska.
Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod seiner Frau Renate im Oktober 1998, wenige Monate nachdem er aus Altersgründen seine berufliche Tätigkeit bei der Deutschen Treuhand beendet hatte.
Seit dieser Zeit lebte er allein und versorgte sich selbst.
1999 wurden seine Enkel Maximilian und Julia geboren, 2002 dann das fünfte Enkelkind Leonhard.

Otto Wurscher war vielseitig ehrenamtlich engagiert:
In seiner Studentenverbindung  KDStV Tuiskonia war er von 1986 bis 2001 im Vorstand des Altherrenbundes, wobei er in den letzten 12 Jahren das höchste Amt des Philisterseniors inne hatte. Da er sich dabei stets mit vollem Engagement und größtem Einsatz, gepaart mit bestem Wissen um die Belange der Verbindung, einbrachte, wurde ihm der Titel des Ehrenphilisterseniors verliehen.

Zusätzlich war er viele Jahre ehrenamtlicher Vorstand des St.Vinzentius Zentralvereins, eines Trägers zahlreicher sozialer Einrichtungen mit Sitz in München.

In den letzten Jahren konnte er immer seltener an geselligen Veranstaltungen teilnehmen, er ging aber so lange es möglich war immer noch sehr gern zu den Veranstaltungen seiner Verbindung, aber auch zum „Mürschter Zirkel“, einem Treffen ehemaliger Münnerstädter Mitschüler im Ratskeller oder zum Stammtisch mit ehemaligen Arbeitskollegen in den Residenz-Weinstuben. Seine Freunde und Bekannten schätzten ihn besonders wegen seiner großen Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. 
In den letzten Monaten seines Lebens verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, so dass er auch keine Reisen mehr unternehmen konnte. 2010 verletzte er sich bei einem Sturz an der linken Schulter und war in seiner Bewegungsfreiheit seither stark eingeschränkt.
In der Folge war er einige Wochen im Senioren- und Pflegeheim Vinzentinum untergebracht, welches er aber entgegen des Anratens der Ärzte und seiner Familie auf eigenen Wunsch wieder verließ und nach Hause zurückkehrte.
Anfang Oktober 2012 stürzte er in seinem Haus erneut und musste ins Perlacher Krankenhaus gebracht werden.
Hier verstarb er in den frühen Morgenstunden des 3.Oktober 2012.
Am 9.Oktober wurde im Beisein von mehr als 100 Freunden und Verwandten im Sendlinger Friedhof am Harras in München zu Grabe getragen.
Wir werden ihn in liebevoller Erinnerung behalten. 


  R. I. P.

michaelw@bayern-mail.de