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Rudolf Wurscher    (13.10.1932 - 15.03.2008) 

Herr Rudolf Johann Wurscher wurde am 13.Oktober 1932 als erstes Kind des Ehepaares Georg und Barbara Wurscher in Olmütz in Mähren geboren. Im Jahr 1938 übersiedelte die Familie, infolge dienstlicher Versetzung des Vaters, nach Kscheberscham im Landkreis Bischofteinitz im Sudetenland in das landwirtschaftliche Anwesen der Eltern seiner Mutter. Dort wurde er im Jahre 1938 in der örtlichen Volksschule eingeschult.
Durch eine erneute Versetzung des Vaters musste die Familie im Jahre 1940 wieder umziehen, zunächst nach Dettelbach, nahe Würzburg  in Unterfranken,  zwei Jahre danach nach Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen, wo er die letzten Kriegsjahre miterlebte. Hier besuchte Rudolf Wurscher ab September das örtliche humanistische Gymnasium, an dem er im Jahre 1950 das Abitur ablegte.
Ab November 1950 studierte Rudolf Wurscher zunächst an der Universität in Frankfurt Germanistik (Deutsch, Erdkunde und Geschichte), bevor er im Jahre 1954 den Studienort wechselte und das Studium in München fortsetzte.

1955 beendete er hier seine akademische Ausbildung und begann seine berufliche Tätigkeit in der Bayerischen Versicherungskammer in München. Durch seine freundliche und zuvorkommende Art war er bei Kollegen und Kunden gleichermaßen beliebt.
Mehr als 40 Jahre arbeitete er bei diesem Arbeitgeber, bis er im Jahre 1997 mit 65 Jahren seine berufliche Laufbahn als Geschäftsstellenleiter der Bayerischen Versorgungskammer für Bühnen-, Orchester- und Schornsteinfegerversorgung beendete und in den verdienten Ruhestand ging. Durch diese berufliche Tätigkeit kam er bald in Kontakt zu Künstlern der bayerischen Staatsoper und stand in der Folge bereits in den 60er Jahren in seiner Freizeit als Statist auf der Bühne. Dieses Hobby übte er, als großer Opern- und Klassikkenner, über 40 Jahre mit viel Freude aus. Noch im Frühjahr 2007, als es ihm bereits gesundheitlich nicht mehr besonders gut ging, stand er mehrmals pro Monat auf der Bühne „seines“ Nationaltheaters.
Seine Liebe zur Musik und zum Volkstanz führte außerdem dazu, dass er bereits Anfang der 60er Jahre der Münchner Sing- und Volkstanzgruppe als aktives Mitglied beitrat. In dieser Zeit entwickelten sich viele Freundschaften, die bis zu seinem Tode hielten.
Zeitlebens war er ein begeisterter Volkstänzer.
Obwohl er nur wenige Jahre seiner frühen Kindheit im Sudetenland verbracht hatte, vergaß er nie seine heimatlichen Wurzeln, weshalb er im Jahre 1971 dem Deutschen Böhmerwaldbund beitrat.
Auch hier engagierte er sich in den Folgejahren sehr und mit großem Eifer, so dass ihn die Mitglieder der bayerischen Ortsgruppen 1993 zum Landesvorsitzenden wählten. Dieses Ehrenamt führte er bis zu seinem Tode mit eindrucksvollem Verantwortungsbewusstsein aus. Beispielhaft für seine vielen positiven Impulse sei hier erwähnt, dass auf seine Initiative hin der Kontakt zu brasilianischen Volkstanzgruppen deutschstämmiger Auswanderer hergestellt wurde. Zweimal hielt er in den letzten Jahren auch in Südamerika Tanzkurse ab. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Pflege heimatlicher Handwerkskunst und die Kindergruppe des Böhmerwaldbundes. 
Nicht zuletzt durch seinen unermüdlichen Einsatz für den Böhmerwaldbund erwarb er sich bei den Mitgliedern großes Ansehen.
Herr Rudolf Wurscher war ein sehr aktiver und lebensfroher Mensch, der die schönen Dinge des Lebens zu genießen wusste. Dies äußerte sich unter anderem in den vielen schönen Reisen, die ihn in den letzten Jahren unter anderem an den geliebten Gardasee, nach Südtirol und sogar bis nach Brasilien führten.

Am Wichtigsten aber waren für Rudolf Wurscher sein Freundeskreis, seine Verwandten und die Familie. Seine größte Fürsorge und Liebe galt dabei stets seiner Mutter, die 1989 in Münnerstadt verstarb, sowie der  Familie seines einzigen Bruders Otto. Besonders sein Neffe Michael und seine Nichte Angelika lagen ihm am Herzen und so war er für die beiden stets ein einfühlsamer Ratgeber und unterstützte sie, wo er konnte. In den letzten Jahren lernten auch deren Kinder Tobias, Franziska, Maximilian, Julia und Leonhard ihren „Onkel Rudi“ als großzügigen und hilfsbereiten Menschen kennen, mit dem sie viel unternehmen konnten.
In den letzten Jahren war er häufig zu Besuch in Waging am See, wo er im gleichen Haus wie Angelika und deren Mann Stefan eine kleine Wohnung gemietet hatte. Dort, in Waging am See, verbrachte er auch die letzten Monate seines Lebens, als er bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet war. Am 15.März 2008 wurde er nach einem schönen und ereignisreichen Leben von seinem Leiden erlöst.

michaelw@bayern-mail.de