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Samstag, 18.08.2012

Nach einem hervorragenden Frühstück mit Speck und Rührei fuhren wir zunächst nochmal etwa 10 km östlich von Kirkjubæjarklaustur zu den Basaltsäulen von Dverghamrar, einem weiteren interessanten Fotomotiv, dann ging es wieder zurück in Richtung Reykjavik.





Nach einigen weiteren Fotostopps im grünlich bemoosten Lavafeld, bei denen die Kinder nicht mehr ausstiegen, bogen wir nach etwa einstündiger Fahrt - vorbei an Vik - links auf die kleine Landstraße 214 zum breiten Lavastrand Reynisfjara ab, den wir nach 3-4 km erreichten.
Hier spazierten wir am schwarzen Sandstrand entlang, bestaunten die schwarzen Basaltfelsen und die Felsnadeln an der Küste. Tobias füllte zur Erinnerung Sand in eine Plastikflasche, kletterte durch schmale Felsspalten und ließ sich vor der Naturkulisse fotografieren.
Unserer Julia ging es gesundheitlich leider immer noch nicht besser, so dass sie es vorzog, im Auto auf uns zu warten.

 



Nach einer Stunde war unser nächstes Ziel dann das nur wenige Kilometer weiter westlich gelegene, berühmte Kap Dyrhólaey - ein gigantischer Felsen am Ende einer Halbinsel.
Vom höchsten Punkt des Kaps hatten wir hier eine einmalige Aussicht in alle Richtungen.

Unter uns lag der kilometerlange schwarze Lavastrand Reynisfjara, im Hinterland sahen das riesige Eismassiv des Myrdalsjökull und in Richtung Osten nochmals die Reynisdrangar, die schwarzen Felsnadeln von Vik. Traumhaft schön!

Wir spazierten eine Weile auf dem Plateau hin und her und fotografierten die schönen Papageientaucher auf den Felsen, die von den zahlreichen Touristen mit riesigen Teleobjektiven belagert wurden wie Prominente von Paparazzis.





Auf der Ringstraße fuhren wir nun mit unserem Jeep noch einige Zeit an der Küste entlang, bevor wir dann kurz hinter Rangárþing ytra auf die Straße Nr.30 abbogen und durch eine landschaftlich sehr schöne Gegend nach Norden fuhren.




Um 16 Uhr erreichen wir den Wasserfall Gullfoss (isl. Gull = golden), der zusammen mit den Geysiren und dem Nationalpark Þingvellir zum sog. "Golden Circle" gehört, an dem sich einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands befinden. Der Gletscherfluss Hvítá, der weiter im Nordosten am großen Gletscher "Langjökull" entspringt, stürzt hier als zweistufiger, gigantischer Wasserfall über die im 90 Grad-Winkel stehenden Stufen in die Tiefe. Wir gingen zunächst direkt zur Kante des gigantischen Wasserfalls, wobei wir froh waren, wasserdichte Jacken dabei zu haben, denn der Wind verteilte einen feinen Sprühregen über die steile Uferböschung. Dieses Naturschauspiel war wirklich äußerst beeindruckend und wir machten entsprechend viele Fotos, auch wenn man ständig die Linse von der Gischt mit einem trockenen Tuch reinigen musste. Über eine Treppe stiegen wir natürlich auch zum oberen Aussichtsweg hinauf, von wo aus wir uns weitestgehend trocken den Wasserfall anschauen konnten.







Nach einem abschließenden Besuch im Besucherzentrum fuhren wir ca. 10 km weiter zum
Geysirgebiet von Haukaladur.
Schon von weitem konnten wir viele kleine Dampfwolken über dem Gelände sehen. Unser erstes Ziel war natürlich der momentan aktive Geysir Strokkur. Dieser Geysir spuckt unregelmäßig (etwa alle 10 Minuten für ca. 15 Sekunden) eine bis zu 30 Meter hohe Fontäne kochend heißes Wasser in den Himmel, ganz zur Freude der vielen Zuschauer und Fotografen, wobei man beim Fotografieren des Ausbruchs sehr reaktionsschnell sein muss, denn sonst sieht man nur noch den heißen Dampf, der vom Wind verweht wird. Als sehr hilfreich beim Fotografieren des Ausbruchs erwies sich die Serienbildfunktion meiner Nikon D7000. Wie das Kaninchen vor der Schlange warteten mit uns etwa 20-30 Touristen auf die nächste Eruption.
Kurz vor jedem Ausbruch des Geysirs drücken von unten die heißen Gase gegen die darüber liegende Wassersäule, so dass sich an der Oberfläche der Wasserspiegel leicht nach oben wölbt. Es bildet sich eine richtige, blau gefärbte Blase, in der die von unten nach oben drängenden Gase als weißer Einschluss sichtbar werden. Bruchteile von Sekunden später bricht der Geysir aus.




Anschließend schlenderten wir noch über das Gelände, auf dem sich auch der sog. Große Geysir befindet, der inzwischen nicht mehr aktiv ist.




Alles liegt in einer hügeligen Landschaft. Sehr beeindruckend ist auch die blaue Quelle Blesi, die eine intensive blaue Farbe hat. Im Wasser befinden sich Mineralien, die bei der Abkühlung eine Struktur annehmen, welche das Licht blau reflektiert. Daneben gibt es einige andere Quelltöpfe, die einfach nur so dampfend vor sich hin blubbern. 
                   

Das letzte Ziel dieses ereignisreichen Tages war Þingvellir (gesprochen: Singvellir), ein historisch wichtiger Ort und Nationalpark. Diese Gegend ist sehr geschichtsträchtig für Island, denn hier wurde bereits um 930, also am Ende der Besetzung durch vor allem norwegische Wikinger, einmal jährlich während zweier Wochen im Juni die traditionelle Versammlung Alþing abgehalten. Sie hatte sowohl gesetzgeberische als auch Gerichtsbarkeitsfunktionen.
Es handelt sich also um eines der ältesten Parlamente der Welt - nach denen des antiken Griechenlands und des Römischen Reiches.
Die Versammlungen wurde bis ins Jahr 1798 abgehalten, als die Dänen das Alþing auflösten.


Vom Parkplatz aus liefen wir zunächst zu einer Aussichtsplattform, dem Lögberg, von der aus man einen sehr schönen Blick auf den See Þingvallavatn hat. Unter uns sahen wir einen kleinen Flusslauf mit mehreren Armen und dahinter die Kirche von Þingvellir mit einigen weißen Häusern. Der Lögberg ist der eigentliche Gesetzesfelsen, an dem die im Alþing beschlossenen Gesetze verlesen wurden. Hier wurde auch die Unabhängigkeit Islands verkündet, weshalb hier auch die isländische Nationalflagge im Wind weht.

 



Anschließend liefen wir in der Almannagjá / Allmänner-Schlucht mit den hohen Felswänden leicht bergauf, bzw. Julia ließ sich von mir tragen, da sie schon etwas erschöpft war. Leider war ihr gesundheitlicher Zustand immer noch schlecht, offenbar hatte sie einen Magen-/Darm-Virus erwischt.
Am Ende der Felsschlucht erreichten wir weiter oben eine weitere schöne Aussichtsstelle, von der aus wir einen schönen Ausblick über die grüne Landschaft hatten und ein paar Erinnerungsfotos machten.



Hier konnten wir mit einem Bein auf der amerikanischen und mit dem anderen Bein auf der europäischen Kontinentalplatte stehen. In den letzten 10.000 Jahren hat sich der Talboden um ca. 40 Meter gesenkt und das Land beidseits der Schlucht Almannagjá ist um 70 Meter auseinandergedriftet.




Während Sabine und die Kinder direkt zur kleinen Kapelle hinunter stiegen, holte ich unseren Jeep am etwas weiter entfernten Parkplatz ab und fuhr ihnen im großen Bogen entgegen.

Am nördlichen Ende der Almannagja-Schlucht, wo der kleine Fluss Öxara einen Knick macht und weiter in Richtung Ebene fließt, kam ich an einem kleinen, malerischen Wasserbecken vorbei, dessen gruselige Ortsbeschreibung auf einer Hinweistafel mein Interesse weckte. Es handelt sich hierbei um das Ertränkungsbecken Drekkingarhylur, in dem im späten Mittelalter zwischen 1590 und 1749 Todesurteile an Frauen durch Ertränken vollstreckt wurden, die meist wegen Unsittlichkeit angeklagt waren. Den Frauen wurden Arme und Beine verbunden und so an ein Seil gehängt. Dieses wurde über den Teich gespannt und anschließend wurde die Todeskandidatin von der gegenüberliegenden Seite ins Wasser gerissen. Männer wurden stattdessen enthauptet - ich weiß nicht was angenehmer ist?
Bis zu dieser Zeit war das strengste im Þingvellir ausgesprochene Urteil die Verbannung ins Hochland oder auf eine Insel gewesen, was zwar auch meist der Todesstrafe entsprach, aber es gab den Bestraften doch zumindest eine theoretische Überlebenschance.



Über diese rauen Sitten nachdenkend erreichte ich ein paar hundert Meter weiter unseren roten Jeep und fuhr damit zum Parkplatz an der kleinen Kirche und dem fünfgiebeligen Haus, das heute der offizielle Sommersitz des isländischen Premierministers ist.


im Nationalpark Thingvelir

Sabine, Tobias und Julia lagen auf einer Bank und genossen die letzten Sonnenstrahlen.



Nach diesem interessanten Besuch des alten Versammlungsplatzes der Wikinger fuhren wir ca. 35 km weiter auf der Landstraße 36 zu unserem Hotel Laxnes in Mosfellsbær, wo wir gegen 19 Uhr ankamen.




 

Nachdem wir unsere Familiensuite bezogen hatten ging Julia gleich ins Bett, der Rest der Familie fuhr noch ins nahe beim Hotel gelegene Kaffihusid Alafossi  (Alafossvegur 27) bei der Wollmühle zum Essen.
   
Das Bistro war sehr nett eingerichtet mit einigen Kunstgegenständen und Bildern, die zum Verkauf standen. Michael wollte ein typisch isländisches Lammgericht bestellen, entschied sich dann aber doch für Gulasch, nachdem die Frage, ob es nicht vielleicht doch ein „Grandfather-Sheep“ sei (was heißt Hammel auf Englisch?) nicht beantwortet werden konnte. Auf jeden Fall versuchten wir der Bedienung auf Englisch unsere Wünsche mitzuteilen, was schließlich auch sehr gut gelang.
Zu unserer Überraschung stellten wir später fest, dass das vermeintlich isländische Mädchen, das uns bediente, eine Deutsche war. Wir hätten uns also gegenseitig viel Mühe beim Übersetzen sparen können und lachten sehr viel über unser Gespräch. Es war ein lustiger Abend!



Zurück im Hotel gingen alle schnell ins Bett, nur Michael trank in der Hotelbar des Laxnes noch ein kühles Bier und ließ sich vom stolzen Besitzer des Hauses die Gasträume und diverse Sammlerstücke zeigen.

michaelw@bayern-mail.de