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Wochenendtrip von Rudi und Michael
nach Irland im November 2010

 


Dublin, die irische Hauptstadt, liegt an der Ostküste der Insel Irland, an der Mündung des Flusses Liffey in die Dublin Bay, hat etwa 500.000 Einwohner und ist mit Aer Lingus direkt ab München in nur gut 2 Stunden erreichbar. Nicht zuletzt deshalb ist Dublin auch als Reiseziel gewiss kein Geheimtipp mehr. Dies verdankt die Stadt ihrer reichen, bis in die Wikingerzeit zurückreichenden Geschichte, ihren architektonischen Schätzen, den vielen Museen und Bibliotheken, aber auch ihrer lebendigen Gegenwart mit den berühmt-berüchtigten Pubs und Einkaufsstraßen.

Da in der letzten Zeit die Flüge nach Dublin besonders preisgünstig angeboten wurden (Hin- und Rückflug für ca. 100 EUR), entschlossen wir uns, nun auch einmal ein paar Tage hier zu verbringen. So starteten wir am Freitag, den 12.November um 20 Uhr mit Aer Lingus-Flug EI0357 nach Dublin, wo wir pünktlich um etwa 21.30 Uhr landeten. Mit dem Aircoach-Bus fuhren wir in etwa einer halben Stunde in die Innenstadt, stiegen am der Trinity College aus und gingen nur 300 Meter bis zu unserem Hotel „The Fleet Street“ im Stadtviertel Tempel Bar.

Nachdem wir unsere Zimmer (308 und 315) im 3.Stock des schon etwas älteren, aber preiswerten Hotels bezogen hatten zogen wir los, um noch ein erstes Bier in einem der Pubs von Dublin zu trinken. Nur 100 Meter von unserem Hotel entfernt kehrten wir gleich im bei vielen Touristen und Einheimischen beliebten Pub „Oliver St.Gogartys“ ein und genossen das erste Guinness. Die Kneipe war sehr voll, die Musik laut und wir waren froh, nach einiger Zeit in einer Ecke einen guten Platz gefunden zu haben, von dem aus wir das bunte Treiben beobachten konnten. Hier und in den anderen Musik-Kneipen entlang der Fleet Street waren mindestens genauso viele trinkfreudige Frauen wie Männer zu sehen, allerdings waren die Mädels mit dünnen Strumpfhosen, Minirock und T-Shirts teilweise sehr sommerlich gekleidet, so dass es uns bei deren Anblick schon fror.

Wie wir im Laufe des Wochenendes feststellen konnten, werden die Dubliner Pub´s besonders auch bei Frauen oft besucht. Wie wir im Reiseführer lesen konnten, wird es dabei ganz besonders lustig, wenn wieder mal eine sog. „Hen Night“ ansteht. Das ist das weibliche Pendant zur „Stag Party“, dem Junggesellenabschied.
Gerade Dublin ist bei den "Hens" sehr beliebt und so kommen auch viele Engländer, Waliser und Schotten, um sich ausgiebig und trinkfreudig auf den Ehehafen vorzubereiten. Man sieht fröhlich kichernde Gruppen von Mädchen durch das Stadtviertel Temple Bar ziehen, erkennbar an der - an Faschingskostüme erinnernden - bunten Kleidung. Auch wir entschlossen uns zum nächsten Pub weiterzuziehen, nachdem wir auch das bekannte Kilkenny-Bier vom Fass probiert hatten. Da es inzwischen schon nach Mitternacht war, gingen wir nur 100 Meter weiter ins „Temple Bar“, wo wir im hinteren Teil noch zwei gemütliche Plätze fanden und ein letztes Guinness tranken, bevor wir ins Hotel zurückkehrten.

 

 

 

Am nächsten Tag, Samstag, der 13.11.2010, frühstückten wir zunächst bei Michael im Zimmer aus München mitgebrachte Croissants mit Instant-Coffee. Dann begannen wir mit der ersten Stadtbesichtigung. Zunächst überquerten wir bei strahlendem Sonnenschein den Fluss Liffey, der Dublin in den ärmeren Nordteil (Northside) und den eher wohlhabenden Süden (Southside) teilt, wobei diese Unterteilung heute weniger zutrifft als in früheren Jahrzehnten. Die räumliche Gestaltung der Innenstadt wird geprägt durch durch das Kreuz aus dem Liffey mit seinen zahlreichen Brücken und den Hauptstraßen O'Connell Street und Grafton Street, wo die meisten Kaufhäuser, aber auch das Trinity College mit seiner berühmten Bibliothek und der städtische Park St. Stephen's Green liegen.
Wir überquerten den Fluss und gingen entlang der O´Connell Street, vorbei am Denkmal ihres Namensgebers zum imposanten Gebäude der General Post Office, von den Dublinern nur kurz GPO genannt. Gleich davor steht – schon von weitem sichtbar – das neue Wahrzeichen der Stadt, der 2003 errichtete Spire, eine 120 Meter hohe Säule aus Edelstahl, die sich von einem Durchmesser von 3 Metern an der Basis bis auf 15 Zentimeter in der nachts beleuchteten Spitze verjüngt. Dadurch wirkt die Säule optisch noch höher, als sie eigentlich ist und ist entsprechend beeindruckend.
Nach einem kurzen Abstecher zur katholischen Hauptkirche Dublins, der Pro-Kathedral, schlenderten wir durch die belebte Fußgängerzone des nördlichen Stadtteils, die Henry Street und weiter auf der Mary Street bis zur Old Jameson Destillery. Fast 200 Jahre, bis 1971 wurde hier noch Whiskey gebrannt, heute ist hier nur noch eine Schaubrennerei. Die Produktion einer der bekanntesten Whiskeysorten weltweit wurde nach Midleton verlegt.
Wir stärkten uns zunächst, nach dem anstrengenden Vorabend, mit einem heißen Irish-Coffee, dann besichtigten wir auf einer etwa 45-minütigen Führung die Brennerei. Nach einem einführenden Film erfuhren wir auf einem Rundgang durch das Haus viel Interessantes über die Herstellung.

 

 

Der Jameson-Whiskey hat stets 40% Akoholgehalt, was vor der Abfüllung in Flaschen durch die Zugabe von Wasser erreicht wird. Whiskey wird aus einer Mischung von gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt. Die Trocknung der gemälzten Gerste erfolgt im Gegensatz zu schottischem Whisky in geschlossenen sog. Darren, ohne dass Rauch an das Malz gelangt. Deshalb ist irischer Whiskey milder als die meist rauchigen schottischen Whiskies. Auch wird er traditionell dreifach destilliert, während der schottische Whisky in der Regel generell zweifach destilliert wird.
Zum Abschluss der Führung durften wir den Whiskey auch noch probieren.

Nun gingen wir wieder auf die südlich des Flusses Liffey gelegene Seite der Stadt, vorbei am uralten Pub „Brazen Head Inn“, schauten kurz in die schöne neugotische, 1874 fertig gestellte Augustinerkirche John's Lane Church (eigentlich St. Augustine and John Church) und schlenderten über die Thomas Street weiter zum Guinness Storehouse, das laut Reiseführer zum Pflichtprogramm eines jeden Dublin-Besuchers gehört (Eintritt 13,50 EUR - online).

 

 

 

Ausgestattet mit einem Audioguide erkundeten wir die sieben Stockwerke des großen Gebäudes und hörten viel über die Braukunst und Herstellung des berühmten irischen Starkbieres und die Geschichte von Arthur Guinness. Die innere Konstruktion des Gebäudes hat heute die Form eines riesigen Pint-Glases, welches vom Erdgeschoss bis in das Dachgeschoss reicht. Über viele Rolltreppen erreichten wir nach etwa 45 Minuten schließlich das rundum verglaste Dachgeschoß mit der Gravity-Bar, wo wir ein kostenloses, frisch gezapftes Guinness und natürlich den Blick auf Dublin genossen.


 


Leider hatte es inzwischen leicht zu regnen angefangen, so dass wir nach dem Verlassen des Biermuseums zunächst bei einem Straßenhändler einen billigen Schirm kauften.

An der alten Christchurch Cathedral vorbei kamen wir in südlicher Richtung auf der Nicholas Street zur St.Patricks Cathedral, die zu ehren des irischen Schutzpatrons im 12.Jahrhundert erbaut wurde. Leider fand in der Kirche gerade eine Schulabschlussfeier statt, so dass wir sie nicht besichtigen konnten. Inzwischen hatten wir schon wieder Durst und es war kalt geworden, so dass wir auf der Suche nach dem Dublin Castle ein paar hundert Meter weiter in der Aungier Street das Pub „The Swan“ aufsuchten. Die Bar war gut geheizt und mit dem typischen dunklen Holz ausgestattet, so dass wir uns hier gern wieder aufwärmten. Langsam wurden wir auch hungrig, denn wir hatten heute seit dem Frühstück noch nichts gegessen.
Im Bezirk Temple Bar aßen wir in einem kleinen italienischen Lokal ein Menü mit Spaghetti Carbonara und Tiramisu. Nach zwei Guinness als Gute-Nacht-Trunk im Traditions-Pub „The Auld Dublin“ in der Fleet Street, wo wir einen guten irische Live-Musiker hörten und am TV einen Boxkampf sahen, gingen wir gegen 22 Uhr ins Hotel zurück.
Schließlich hatten wir für den nächsten Tag einen organisierten Busausflug in den Süden Dublins gebucht, der früh beginnen sollte. 
 

michaelw@bayern-mail.de