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Tagesausflug nach Glendalough (50 km südlich von Dublin) und Avoca

Am Sonntag verließen wir pünktlich um halb 9 Uhr das Hotel, frühstückten in der Fußgängerzone bei McDonalds einen McMuffin mit Cappuccino und warteten an der Tourist Information auf den Bus. Mit dem Reiseunternehmen „daytoursunplugged.ie“ starteten wir gegen 9.30 Uhr in einem Minibus mit 24 anderen englischsprachigen Touristen zu den Wicklow Mountains. Zunächst ging es aber in den Dubliner Vorort nach Dalkey, wo viele Promis wohnen. Das Meer glitzerte in der Sonne uns wir sahen sogar ein paar Hartgesottene beim Baden. Wir sahen im Vorbeifahren den Yachthafen und einen alten Turm des Dalkey Castle, dann fuhr der Bus über schmale Landstraßen hinauf in die Berge südlich von Dublin. Links und rechts sahen wir Schafherden und grüne Wiesen, dazwischen dichte Wälder und kleine Dörfer.

Bald stoppten wir an einem beeindruckenden Aussichtspunkt, von dem aus wir den Loch Tay, von manchen wegen seiner dunklen Farbe auch Guinness Lake genannten See fotografieren konnten. Das raue Klima, das auch wir bei einem weiteren kurzen Fotostop an einer malerischen kleinen Brücke zu spüren bekamen, lässt ab einer gewissen Höhe über dem Meer keine baumreiche Vegetation mehr zu. Wir sahen hier nur noch eine mit Heidekraut bewachsene sumpfige Hochmoorlandschaft, die aber durchaus ihren Reiz hat. Die einzigen Lebewesen, die sich in diesem Klima anscheinend wohl fühlen sind Schafe, die man hin und wieder am Straßenrand entdeckt.

Trotzdem haben hier oben in den Wicklow Mountains auch Dreharbeiten zu den Filmen „Excalibur“, „P.S. I love you“ und „Bravehard“ stattgefunden.
Wir begnügten uns mit ein paar Schnappschüssen von den umliegenden Hügeln und erreichten kurz darauf Sally Gap, eine Kreuzung von zwei Straßen, der nord-südlich verlaufenden Military Road (R115) und der von Ost nach West führenden Sally Gap Road (R759) in den Wicklow Mountains.




Besonders schön war auch der Fotostop beim Glenmacnass Wasserfall, wo sich ein Fluss von einem Hochplateau in ein grünes Tal hinunterstürzt, in dem sich eine Schaffarm befindet. Mittags erreichten wir die Klosterruinen von Glendalough. Unser Busfahrer und Führer gab uns am Visitor Center und während eines Rundgangs durch die Anlage einen interessanten Überblick über die Geschichte dieses während der Eiszeit durch Gletschertätigkeit entstandenen Tales.

Der gälisch-irische Name Gleann Dá Locha bedeutet soviel wie "Der Glen der zwei Seen", wobei man Glen mit Tal übersetzen kann. Der Sage nach zog sich der Heilige Kevin im 6.Jahrhundert auf der Flucht vor einer aufdringlichen Verehrerin hierher zurück, um in der Ruhe und Abgeschiedenheit des entlegenen Tales in Einklang mit sich selbst und der Natur zu kommen. Er lebte als Eremit, meditierte und betete auf einem der Hügel, ganz einsam und allein. Gesellschaft hatte er nur von den Tieren und Vögeln, weshalb er auf Bildern oft mit einer Amsel gezeigt wird. Leider konnte er sich an seinem Eremitendasein nicht lange erfreuen, denn seine Anhänger folgten ihm schon bald in dieses einsame Tal, so dass es mit der Einsamkeit bald vorbei war. So gründete er um das Jahr 549 mit seinen Anhänger ein Kloster mit mehreren Kirchen, Kapellen und Wohnquartieren. Schon während seiner Lebenszeit pilgerten Tausende von Gläubigen nach Glendalough. Kevin starb im Jahr 618 im hohen Alter von 120 Jahren. In den folgenden Jahrhunderten wurde der etwa 50 km südlich von Dublin gelegene Ort zu einem der bedeutendsten christlichen Zentren dieser Zeit. Im 12. Jahrhundert sollen in dem Wallfahrtsort mit 7 Kirchen bis zu 3.000 Menschen gelebt haben.

Leider war es an diesem idyllisch gelegen Ort nicht immer ruhig und friedlich, denn die Wikinger wussten sehr wohl, wo es etwas zu holen gab, weshalb die irischen Klöster zu ihren bevorzugten Angriffszielen zählten. Das bekam auch Glendalough zu spüren. Weitgehend zerstört wurde es allerdings erst später von den Engländern im Jahr 1398. Danach hielt sich das Kloster, wenn auch in eher bescheidenem Rahmen noch eine Weile am Leben. Das endgültige Aus kam erst 1539, als Heinrich VIII. alle irischen Klöster auflösen ließ.
 

Das auffälligste Bauwerk dieser wohl bekanntesten Klosteranlage Irlands ist der im Jahr 1066 erbaute 33 Meter hohe Rundturm, welcher zum Schutz von religiösen Reliquien und Büchern während der Wikingerinvasionen errichtet wurde. Gleich daneben steht ein berühmtes altes, keltisches Hochkreuz, das Kevins Cross sowie eine kleine Kapelle, die wegen ihres, an einen Kamin erinnernden, kleinen Turmes auch St.Kevin´s Kitchen genannt wird.


Die Klosteranlage mit dem alten Friedhof liegt zwischen dem oberen und unteren See und zählt zu den bedeutendsten Touristenattraktionen der Insel. Besonders voll ist es in Glendalough am 3.Juni, wenn Pilger aus dem ganzen Land anreisen um den Heiligen zu feiern.

Leider hatten wir keine Zeit, einen der umliegenden Hügel zu besteigen und den schönen Blick ins Tal zu genießen, aber es reichte zumindest für einen kleinen Spaziergang in der Herbstsonne, vorbei an Schafweiden bis zum oberen See.

Nach einem kurzen Aufenthalt am Ufer, wo gerade eine Schulklasse herumtollte, fuhren wir weiter nach Avoca, einem kleinen Ort am gleichnamigen Fluß, der wohl bekannt ist für seine hier seit 1723 angefertigten handgewebten Produkte, bei unseren englischsprachigen Mitreisenden aber eher Interesse hervorrief als Drehort der BBC-TV-Serie Ballykissangel, von der wir noch nie etwas gehört hatten. Bevor wir bei einer kurzen Führung eine der örtlichen Webereien besichtigten, war es aber Zeit, eine Mittagspause in einem der typisch irischen Pubs einzulegen. Wir aßen Fish and Chips und verfolgten bei einem kühlen Pint Guinness das letzte Formel 1-Rennen der Saison in Bahrein am Fernseher der Bar. Leider konnten wir nicht mehr live erleben, wie Sebastian Vettel den Weltmeistertitel gewann, da unsere Reisegruppe wenige Runden vor dem Ende des Rennens aufbrechen musste. Nun wurde es schon langsam dunkel, so dass wir mit einem kleinen Nickerchen den Rückweg verkürzten und kurz nach 17 Uhr wieder Dublin erreichten. Am Trinity College / Suffolk Street verließen wir den Bus und gingen zurück zu unserem Hotel.

Michael nützte die Gelegenheit um noch ein paar schöne Abendbilder am Fluss zu machen, wenigstens einmal über die Halfpenny Bridge zu gehen  und in der Henry Street noch eine CD zu kaufen.

 

 

 

 

Da wir noch keinen Hunger hatten, beschlossen wir das wenige, was wir essen wollten, zu trinken und gingen gleich in das unserem Hotel am nächsten gelegene Pub, das offenbar bekannte und altehrwürdige „Palace“.

 

 

 

Hier verbrachten wir einen geselligen Abend, teilweise in der Gesellschaft von vier Iren, die es sich nicht nehmen ließen, den neuen „best friends from Germany“ das ein oder andere Guinness auszugeben.

Gegen 23 Uhr sanken wir müde in unsere Betten.

 

 

michaelw@bayern-mail.de